Meine Mutter ist heute in die Provence gefahren. Wie schön. Da wäre ich jetzt auch gerne. Hier wird es bereits wieder dunkel. Der Baum vorm Fenster wirkt schon fast kahl, nur noch wenige Blätter, die dem Wind trotzen, als wollten sie es noch nicht wahrhaben, dass sich die Natur für den Winter zurückzieht. Deshalb gibt es heute ein Foto aus Sommertagen in der Provence.
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Weshalb man heute nicht im Wald joggen sollte…
Spruce in motion
Mamma Mia!
Dass unsere Wahl auf den Film „Mamma Mia!“ fiel, war eigentlich reine Verlegenheit. Der Film unserer Wahl lief nur im Mittagsprogramm und wer will schon Filme wie „Die Mumie“ oder „Kung Fu Panda“ sehen? Während der ersten fünf Minuten dachte ich „Meine Güte, auf was habe ich mich da eingelassen!“ Seichte Story und die ersten Gesangseinlagen der ABBA-Lieder waren doch recht gewöhnugsbedürftig. Was dann in den kommenden 100 Minuten über die Leinwand flimmerte, war erstklassige Unterhaltung. Der Plot ist naja, aber was den Film eben so klasse macht, sind die Gesangs- und Tanzszenen. Und das Trio Meryl Streep, Christine Baranski und Julie Waters. Wenn die Ladys mit Glitzerkleid und Federboas loslegen, dann ist das ein herrlicher Spaß, an dem man seine pure Freude hat und am liebsten selber mittanzen und singen möchte. Da drückt man dann auch mal ein Auge zu, wenn Pierce Brosnan seine schauerliche Stimme erhebt. Es sind die genialen Songs von ABBA, die den Film so zauberhaft machen. Die all die Jahrzehnte überdauert haben und heute noch so frisch und spritzig daherkommen wie in den besten Zeiten der Popgruppe. Die Lieder sind wie eine einzige große Spielwiese, auf der sich Meryl Streep und Co. nach Herzenslust austoben können. Die Dreharbeiten müssen eine einzige große Party gewesen sein. Und Meryl Streep punktet als Musical-Sängerin! Wenn sie bei „The Winner takes it all“ ihre Seele aus dem Leib singt, dann ist das einfach bewegend. „Wollt ihr eine Zugabe?“ rufen die drei Mädels am Ende des Films in die Kamera. Natürlich wollen wir das – und sofort erscheinen Pierce Brosnan, Colin Firth und Stellan Skarsgaard in Glitter-Kostümen auf der Bühne und die Party geht weiter. Selten habe ich mich für 4,50 Euro so gut unterhalten.
Doping mit Stützstrümpfen?
Sie sehen aus wie Venen- oder Stützstrümpfe. Solche, die ich vor Jahren nach einer Operation im Krankenhaus tragen musste. Aufgefallen sind sie mir das erste Mal im Laufbuch von Andreas Butz, das ich für das Literatur-Café rezensiert habe. Ästhetisch sind sie nicht der Brüller, besonders dann nicht, wenn der Läufer kurze Hosen trägt. Weiße, bis hoch an die Waden reichende, eng anliegende Strümpfe, die angeblich die arterielle Durchblutung und Sauerstoffverstärkung der Muskulatur steigern sollen. Mehr Sauerstoff bedeutet Leistungssteigerung. Doping mit Stützstrümpfen also. Rein legal, versteht sich.
Neulich tauchten zwei Freundinnen im Lauftreff mit diesen Strümpfen auf. Hellauf begeistert priesen sie die Kompressionsstrümpfe in höchsten Tönen. Keine schweren Beine mehr, keine Schmerzen, tolles Wohlfühlfeeling nach langen Läufen. Das wollte ich dann wissen und besorgte mir ein paar der Strümpfe in weiß.
Erster Testlauf: Noch nie haben mich so viele Leute beachtet, als ich auf meiner Laufstrecke durchs Dorf lief. Ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. Ich kam mir ziemlich bescheuert vor und war froh, als ich endlich im Grünen war.
Der zweite Testlauf fand in Hamburg statt. Es war mein erster Marathon. Ankommen war mein Ziel, und das möglichst unter 5 Stunden.
Siehe da, es gab noch andere Kompressionsläufer. Sogar Prominente. Unter anderem Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow. Ich fühlte mich unter Gleichgesinnten. Den Tom habe ich irgendwann sogar überholt. Aber das lag ja an seiner Grippe, dass er über 5 Stunden gebraucht hat, wie er später den Medien erzählte. Ich bin mit 4 Stunden 50 Minuten ins Ziel gekommen. Mission erreicht. Ob’s an den Strümpfen lag? Jedenfalls hatte ich keinerlei Schmerzen. Und das war es mir wert, ein bisschen so auszusehen, als würde ich mit Omas Stützstrümpfen durch Hamburg laufen.
Infos: cep-Laufsocken: www.cep-sports.com
Service to Thompson, Churchill and beyond
So wurde heute morgen kurz vor 7 Uhr unser Flug 505 mit Calm Air aufgerufen. „Beyond“ – da wurde ich natürlich hellhörig. Am liebsten wäre ich weiter geflogen nach „beyond“ – weiter in den hohen Norden, bis nach Nunavut. Aber nach einer Zwischenlandung in Thompson hieß es für uns Endstation Churchill. „Was wollt ihr Mädels denn in Churchill,“ fragte uns Flight Attandant Tina. Auf der Welt gibt es doch viel schönere Plätze, warum kommt ihr ausgerechnet hierher?“ Tja, das fragten wir uns auch, denn hier scheint wirklich das Ende der Welt zu sein.
Dass Capitain Steiner eine Pilotin ist, fand ich ziemlich cool. Ich habe sie zwar nicht gefragt, aber ich glaube sie hat ihren Pilotenschein sicher schon einige Jahre länger als den Führerschein. Rechts, das ist ihr Co-Pilot, für den wahrscheinlich das selbe gilt.
Und so heißt man Besucher in Churchill willkommen.
Das ist ein Blick auf Downtown Churchill. Ihr seht, hier tobt der Bär.
You never know! Man weiß nie! Eisbären können überall sein. Heute mittag erzählte uns der Parkranger bei Cape Merry, dass vormittags Eisbären gesichtet wurden. Jedes Auto in Churchill hat stets den Zündschlüssel im Auto stecken, Häuser werden nie abgeschlossen – so dass man sich bei Bedarf in Sicherheit bringen kann.
Mystisches Licht auf Cape Merry
Und hier seht ihr den Rosinenbomber Miss Piggy, der in den 70er Jahren crashte. Miss Piggy deshalb, weil das Flugzeug völlig überladen war. Kurz vor der Landung blieb es mit den Rädern in der Telegrafenleitung hängen und crashte. Allerdings recht sanft – denn alle drei Besatzungsmitglieder überlebten. Heute ist es einer der Spots an denen die Churchiller Kids ihre Partys feiern.
Unser Tourguide Eleanor. Ein echtes Original. In Churchill geboren, hat sie bereits in allen nur erdenklichen Jobs gearbeitet, die man hier so über die Jahre ausüben kann. Als Tourguide ist sie in ihrem Element – sehr zu ihrem und auch unserem Spaß.
Hier kurvt die Dorfjugend durch die Flats – die Barackensiedlung am Rande Churchills. Ohne Wasser und fließend Strom lebt man hier recht rustikal würde ich mal sagen.
Und sonst? Kalt ist es hier. Wir haben ja Sommer und viele laufen hier in T-Shirt und kurzen Hosen herum. Nix für mich. Der Windchillfaktor war heute nicht zu unterschätzen. Und morgen? Geht es in die eisigen Fluten des Hudson River. Temperatur? Um die Null Grad. Gefühlte sind das sicher minus 20 Grad wenn es reicht. Hier treiben noch Eisschollen auf dem Meer rum. Im Sommer!!!! Welcome to Churchill, Polar Bear Capital of the World!