Vancouver – one of the greatest cities in this world.
Archiv des Monats: September 2009
Aurora Borealis Northwest Territories Canada
Take a seat in the front row and see the magic unfolding before your eyes. I have never seen anything like this. Watching the Northern Lights unfolding, glowing, moving and dancing across Blachford Lake in the Northwest Territories in Canada was one of the most intriguing experiences I ever had. It was a spiritual journey, one that is not easy to descripe. It felt like waves of energy crashing down on me while those lights swept across the sky. The lights were vibrant, alive and full of energy. A dance of life, a celebration of wonders yet to discover. I felt so blessed to be part of it. Yes, I felt like I was a part of it, not just a spectator, watching from afar. I know this sounds really weird, but I felt like the lights were creeping beneath my skin. Like I was touched by heaven. Maybe I was. It was a true magical collision that left me in deep awe. You really have to excuse my poor English so go ahead and look at the pictures – they are only a reflection of the magic but they speak for itself. I have yet to find the words in German to describe it. I tried, but ended up deleating the words because I felt like it did not really meassure up to this experience.
Leider habe ich noch nicht die richtigen Worte in deutsch gefunden, die dieses Erlebnis der Nordlichter entsprechend wiedergeben. Vergangene Woche war ich in Yellowknife und auf der Blachford Lake Lodge in den Northwest Territories, im hohen Norden Kanadas. Deshalb einfach die Fotos ansehen, sie sprechen für sich selber. In Kürze folgen weitere Bilder und Berichte.
Kreative Dienstleistungen
Vor einigen Tagen wurde ich angefragt, ob ein von mir produziertes Video, das auf You Tube zu sehen ist, auch auf eine Website eingebettet werden darf. Ich schrieb daraufhin zurück, dass aufgrund der Urheberrechte (meine und die des Musikers) nur eine nicht-kommerzielle Verwendung erlaubt ist. Gerne würde ich aber anbieten, eine Version mit neuer Musik zu erstellen, die lizenzfrei zu verwenden ist. Da das Video auf einer kommerziellen Website veröffentlicht werden soll, habe ich ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Leider wurde mein Angebot abgelehnt – das Etat lasse dies nicht zu. Bei kreativen Dienstleistungen im Web sind Kunden immer weniger bereit zu zahlen. Es scheint, als sei das Web ein einziger großer Selbstbedienungsladen. Für Inhalte zahlen will keiner mehr. Aber nicht nur im Web, wie dieses Video hier zeigt.
Dinner im Waschzuber
Wer einmal auf ungewöhnliche Weise baden gehen will, ist beim Schwarzwald Bader Reinhard Bosch in besten Händen. Im Holzwaschzuber genießt man nicht nur ein entspannendes Bad, sondern wird dabei mit einem Fünf-Gänge-Menü verwöhnt. Wie sich Speisen und Baden miteinander vertragen, könnt ihr in meinem Artikel, der auf Zeit online erschienen ist, nachlesen.
„Küssen macht mich sackstark“
Eben habe ich mir den Fernsehbericht über den 17. Jungfrau Marathon auf dem Internet angesehen. Dabei wurden erneut viele Emotionen und Erinnerungen geweckt. Und ich kann nur staunen, mit welcher Kraft und Geschwindigkeit die Top-Athleten die Berge hinter sich bringen. Was mich besonders freute: Der Dudelsackspieler spielte für mich dieselbe Melodie wie für die Favoriten. Im Interview berichtet er von seinen Erlebnissen auf der Moräne und wie viele Küsse er erhalten hat. „Küssen macht mich sackstark – dudelsackstark“, erzählt er im Fernsehbeitrag. Von mir hat er zwar keinen Kuss bekommen aber ein nettes Lächeln war auf alle Fälle drin, als ich ihn und damit das steile Stück auf der Moräne passierte.
Finisher beim 17. Jungfrau Marathon
Ich habe es geschafft und den 17. Jungfrau Marathon als Finisher beendet! Nach sechs Stunden und sechs Minuten bin ich überglücklich und noch immer frisch im Ziel auf der Kleinen Scheidegg angekommen. Ich kann es noch immer nicht glauben, dass ich nach 42.195 Kilometern und 1800 Höhenmetern so fit war. Keine Schmerzen, keine Krämpfe, Kopfschmerzen – nichts davon, nur pures Glück und Dankbarkeit! Ich konnte den Lauf und die einmalige Stimmung entlang der Strecke genießen. Mit jedem Kilometer den ich zwischen Interlaken und der Kleinen Scheidegg lief, dankte ich Gott aus ganzem Herzen für mein Leben. Ich glaube ich war selten so glücklich wie auf diesen 42 Kilometern.
Das Wetterwunder von Interlaken
Wie wird das Wetter – das war die alles beherrschende Frage am Freitag. Der Wetterbericht für den Renntag war alles anderes als rosig. 9 Grad und Dauerregen am Start, für die Kleine Scheidegg war sogar Schneefall vorausgesagt. Abends beim Spaghettiessen drehen sich die Gespräche in unserer Läuferrunde nur das Thema Anziehen. Die Berge um Lauterbrunnen sind dicht in Wolken gehüllt. Ich bete um ein Wunder, denn bei Gott sind alle Dinge möglich! Es regnet die ganze Nacht über. Samstagmorgen um viertel vor sechs öffne ich das Fenster und traue meinen Augen kaum: Ich sehe Sterne und die Berge. Kann das wirklich wahr sein? Die Schlechtwetterfront ist abgezogen! Es ist kalt, aber keine Wolke am Himmel zu sehen. Ich wähle meine kurze Adidas Laufhosen, Odlo Unterhemd, FeG-Runners Laufshirt, Buff, meine Chaskee-Mütze und die CEP-Running Socken als Rennbekleidung für den Tag. Für die ersten Kilometer ziehe ich ein altes langärmliges Laufshirt an, das ich später auf der Strecke entsorgen kann. In Lauterbrunnen würde ich meine kleine Hüfttasche in Empfang nehmen mit Windjacke, Handschuhe und Thermomütze für den Berg.
Fast den Start verpasst
Samstag, Startbereich auf der Promenade in Interlaken, kurz vor 9 Uhr. Der Sprecher weißt die Läufer an, sich jetzt in ihren jeweiligen Startbereich zu begeben. Noch immer stehe in einer Schlange vor den Dixie-Toiletten. Und das seit 20 Minuten! Und noch immer sind zwei Leute vor mir! Jetzt kündigt der Sprecher die Schweizer Nationalhymne an! Endlich wird die Box frei! Phil und mir bleibt kaum Zeit – noch zwei Minuten bis zum Start. Wir rennen in unseren Startbereich und reihen uns beim 6-Stunden-Pacemaker, erkennbar am orangenen Ballon, ein. Der Startschuss fällt, das Rennen beginnt! Einige Raketen knallen und zaubern einen Lichtblitz in den Himmel. Rechts von uns glänzt das Jungfrau-Massiv im Licht der Sonne.
Stimmung Stimmung Stimmung
Volksfeststimmung, nicht nur in Interlaken sondern überall auf der Strecke werden die Läufer frenetisch gefeiert! Mit riesigen Kuhglocken, Pfeifen, Rattern, Gugge-Musiken und Blasorchestern. So etwas habe ich noch nie erlebt! Was für ein Geschenk! Sonne, blauer Himmel, schneebedeckte Berge und Begeisterung überall. Phil und ich finden unser Tempo, laufen 6.16 Minuten auf den Kilometer, befinden uns rund 150 Meter vor dem 6-Stunden Pacemaker. Ich bin überglücklich und danke Gott – jeden Kilometer den ich laufe – für mein bisheriges Leben und die Menschen, die mir wichtig sind.
Ist es Nervosität? Im Training habe ich nie Probleme mit Seitenstechen, doch jetzt im Rennen spüre ich ein unangenehmes Ziehen im Bauch. Auch die linke Hüfte macht sich mit Schmerzen bemerkbar. Und das nach nur zehn Kilometern. Beim Verpflegungsstand KM 15 greife ich mir einen Powerbar-Riegel und Isogetränke. Plötzlich zieht der Pacemaker vorbei. Der Weg nach Lauterbrunnen wird enger, ich falle weit hinter den orangenen Ballon zurück.
KM 21 Lauterbrunnen
Phil und ich erreichen Lauterbrunnen. Bei KM 21,1 passieren wir die erste Zeitmessung: 2.23 Stunden. Noch liegen wir gut in der Zeit. Ich tausche meinen Trinkgürtel gegen den Hüftgürtel mit warmer Kleidung. Ich werde sie nicht brauchen, aber in den Bergen muss man auf alles vorbereitet sein. Nach der Schleife zu den Trümmelbachfällen erhöhe ich das Tempo. Ich habe es satt, auf der Ebene zu laufen. Die Hüfte schmerzt bei jedem Schritt. Ich will jetzt in die Berge! Kann es kaum erwarten, bis die Steigung nach Wengen beginnt. Wir treffen Mark, einen Landsmann von Phil aus Ontario, Kanada. Auch für ihn ist es sein erster Jungfrau-Marathon. Er wird ihn leider nicht schaffen.
Bei KM 25,5 zweigt der Weg rechts ab und führt steil aufwärts. 26 Serpentinen bis Wengen! Phil ist in seinem Element. Schnell ist er eine Serpentine vor mir. Die Gespräche zwischen den Läufern sind längst in ein Keuchen übergegangen. Plötzlich ruft Phil aus Leibeskräften: „Are we having fun yet?“ „Yes, Yes“, tönt es von manchen. Kurz vor Wengen. Einige müssen sich eingestehen, dass sie sich mit dem Lauf übernommen haben. In Wengen geben die ersten auf. Phil und ich erreichen Wengen bei KM 30,3 nach 3.45 Stunden. Noch immer liegen wir super in der Zeit – sogar unter 6 Stunden. Aber weshalb ist der Pace-Maker nicht mehr zu sehen? Die Schmerzen in der Hüfte verschwinden!
Der Berg, der Weg und ich
Nach KM 34 muss ich Phil zurücklassen. Er hat Magenprobleme und kann das Tempo nicht mehr halten. Ich wünsche ihm viel Kraft und bete, dass er es auch ins Ziel schafft. Sobald die Strecke flacher wird oder es Passagen gibt, die leicht bergab führen, fange ich wieder an zu Laufen. Ohne anzuhalten oder Pause zu machen, marschiere ich weiter. Nicht einmal an den Verpflegungsständen bleibe ich stehen, sondern greife mir, was ich brauche und gehe weiter. Bei KM 37 öffnet sich vor mir das Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau. Links auf einer Anhöhe in einer Wiese steht ein Dudelsackspieler in schottischer Tracht und spielt ein Volkslied. Ich kenne es nicht. Aber dieser Augenblick wird mir als schönster Moment in Erinnerung bleiben: Die Berge, der blaue Himmel, meine Dankbarkeit über mein Leben, die Melodie des Dudelsackspielers – ich kann nicht anders, ich bin so ergriffen, dass mir die Tränen kommen. Andere empfinden es genauso und können auch ihre Tränen nicht zurückhalten.
Ein Sturz mit Schrecksekunde
Ich passiere Wixi bei KM 37,9 und damit die letzte Zeitkontrolle. Bis hierher habe ich 5.07 Stunden benötigt. Es ist jetzt kurz nach 13 Uhr. Alle Läufer die nach 14.35 Uhr dort ankommen, werden aus dem Rennen genommen. Jetzt wird der Pfad steiler und enger. Wie Perlen an einer Schnur reihen sich die Läufer auf dem schmalen Weg ein. Schritt für Schritt geht es vorwärts – hinauf zur Moräne. Bei einer Verpflegungsstation greife ich mir einen Pappbecher mit Wasser. Von oben höre ich Axel meinen Namen rufen. Dann passiert es. Eine felsige Stelle, ich trete auf, rutsche ab, der Becher gleitet mir aus der Hand und ich falle mit allen Vieren voran auf den harten Fels. Sofort rapple mich auf, es ist nichts passiert, auf allen Vieren krabble ich über den Fels bis ich mich wieder aufrichten kann. Nur weiter, nur weiter denke ich, halte nicht einmal bei Axel an. Ich will nicht zurückfallen. Nicht jetzt, wo ich doch so weit gekommen bin.
Die letzten Kilometer: Moräne, Schoggi-Felsen und bange Minuten
Alphornbläser begrüßen die Läufer, Schweizer Fahnen werden geschwungen. Die Schlange bewegt sich schier endlos bergauf. Ich erreiche die Moräne. Es ist kalt und windig. Egal, ich will weiter. Habe noch Kraft in den Beinen und überhole zwei Läufer vor mir, die nur sehr schleppend vorankommen. Am Felsen, wo der Weg von der Moräne abzweigt, spielt wieder ein Dudelsackspieler. Diesmal erkenne ich die Melodie: „Nehmt Abschied Brüder“. Lachend recke ich meine Daumen in die Höhe als ich Fotografen entdecke. Jetzt geht es ein Stück bergab, ich laufe und nehme die letzten Schritte hinauf zur Locherflue, dem höchsten Punkt der Strecke. Der Felsen wird liebevoll „Schoggifelsen“ genannt – wegen der Schokolade, die dort für die Läufer bereitgehalten wird. Auch ich greife zu. Lasse mir von freundlichen Mitarbeitern über die felsigen Absätze helfen. So kurz vor dem Ziel zu stürzen, das wäre jetzt fatal. KM 41 ist passiert. Gleich bin ich im Ziel! Ich trabe weiter, genieße die letzten paar hundert Meter. Ein Mann klatscht mir zu „Nur noch 500 Meter, gleich ist es geschafft!“ Der Weg wird steiler, es geht bergab und ist rutschig. Ich gehe auf Nummer Sicher, mache langsam. Einige Läufer hetzen an mir vorbei als würde das Ziel in einer Minute geschlossen werden.
Ich lasse mir bewusst Zeit, breite meine Arme aus und laufe mit einem strahlenden Lächeln nach sechs Stunden und sechs Minuten durch die Ziellinie auf der Kleinen Scheidegg! Meinen Zieleinlauf könnt ihr hier sehen. Ich umarme die Helferin, die mir die Medaille umhängt. Ich bin so glücklich. „Die hast du dir auch wohlverdient,“ sagt sie mir und strahlt.
Axel begrüßt mich auf der Ziellinie. Unglaublich, dass er da ist – er ist die letzten Kilometer zur Kleinen Scheidegg gerannt, um mich im Ziel zu empfangen. Nur wenige Minuten vor mir ist er angekommen. Was für eine tolle Überraschung! Im Ziel warten bereits Tammy und Silke. Olaf, Yvonne und Christoph sind schon beim Duschen. Es folgen bange Minuten. Wird Phil es schaffen? Tammy hat eine SMS erhalten. Phil hat Wixi noch vor dem Zeitlimit passiert. Es müsste also noch reichen. Nur noch wenige Minuten bis Zielschluss! Da, endlich kommt Phil! Auch er erreicht das Ziel als Finisher! Alle sieben Läufer der feg-runners Laufgruppe haben den 17. Jungfrau Marathon als Finisher beendet! Hier ist Phils Zieleinlauf zu sehen – und ich wie ich schier ausflippe, dass auch er es geschafft hat.
Als ich später in unserer Unterkunft in Lauterbrunnen dusche, bemerke ich, dass ich am rechten Fuß zwei Blasen habe. Während des Laufs habe ich nichts gespürt. Auch am Tag danach habe ich – außer den Schmerzen in der Hüfte (die heute bereits wieder verschwunden sind) – keinerlei Beschwerden, nicht einmal Muskelkater!
Wir feiern unseren Marathon abends bei einer sehr leckeren Pizza im Restaurant Steinbock in Lauterbrunnen und lassen den Tag in der Ferienwohnung bei leckerem Schoko-Kuchen, den Tammy gebacken hat, ausklingen.