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Abenteuer Schwarzwald

Der Mann und die Hütte - Naturpädagoge Frank Dufner
Der Mann und die Hütte – Naturpädagoge Frank Dufner an der Haaghütte am Westweg

Für eine Waldnacht unter Schwarzwaldtannen habe ich mein Bett mit einem Lager im Wald getauscht. Gemeinsam mit dem Naturpädagogen Frank Dufner zogen wir in die Wälder des vorderen Kinzigtals. Sieben Kilometer streiften wir durch die Wälder bei Oberharmersbach. Sieben Kilometer klingen eher nach einem lockeren Spaziergang. War es aber nicht. Wir mussten knackige 400 Höhenmeter bewältigen. Und das mit einem Rucksack, in dem sich alles befand, was wir für die nächsten 28 Stunden benötigten: Schlafsack, Iso-Matte, Verpflegung. Abenteuer Schwarzwald weiterlesen

Waldnacht unter Schwarzwaldtannen – Folge 1

Hohe Fichten ragen dem tiefblauen dämmernden Himmel entgegen, unser Lagerfeuer knistert heimelig und wärmt wohlig: Für eine Nacht tauschen wir das kuschelige Bett gegen ein Lager im Wald, den heimischen Herd gegen Lagerfeuerküche.
Hinter uns liegen sieben Kilometer und 400 Höhenmeter durch die Wälder des Kinzigtals im mittleren Schwarzwald. Wir fühlen uns super wohl und fern von allem: ums Lagerfeuer sitzen, das selbstgemachte Essen genießen, leise plaudern. Birgit schaukelt sich schließlich in ihrer Hängematte in den Schlaf, Heike testet die Holzpritsche in der Schutzhütte. Ganz still ist der Wald, nur leichtes Tannenrauschen ist zu hören. Waldnacht unter Schwarzwaldtannen – Folge 1 weiterlesen

Churchill – der Tag nach dem Marathon

 

Der Morgen danach. Der kalte Nordwind der Hudson Bay küsst uns wach. Über Nacht sind die Temperaturen gefallen, die Wolken fortgezogen, neues Eis hat sich in der Hudson Bay geformt. Antarctic Mike frohlockte. Am liebsten wäre er gleich noch einmal losgelaufen. „That’s my kind of weather“ meinte er.

Ein paar Runden vor dem Hotel nur in Shorts taten es dann auch. Natürlich animierte er seinen Freund Albert dazu, mitzulaufen. Nebenbei bemerkt: Während der Aufnahme herrschen minus 17 Grad Celsius, Windchill-Faktor minus 30 Grad. Mittags wurden wir Zeuge eines „Bear-Lift“. Im Ort hatte sich herumgesprochen, dass ein Bär aus dem Polar Bear Jail, das hier politisch korrekt „Polar Bear Holding Facility“ heißt, ausgeflogen wird. Neben uns und unserem befreundeten Kamera-Team von Animal Planet aus England, reihte sich auch ein Bus von Great White Bear Tours. Und tatsächlich! Das Gatter wurde geöffnet, ein betäubter Eisbär auf einem Schlitten herausgezogen, in ein Netz verfrachtet und mit Hubschrauber abtransportiert. Eine irgendwie sehr traurige Sache, wenn man bedenkt, dass sich – so hörte ich – sich 14 Bären bereits seit fast vier Wochen in diesem Hangar befinden.

Da wollen wir uns doch lieber die Bären in Freiheit an der Hudson Bay ansehen.

Was für ein Tag im Gegensatz zu gestern. Die Sonne strahlt vom Himmel, doch die Temperaturen und der Wind lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Die Läufer waren froh, dass der Marathon nicht heute stattfand – dieser Wind wäre eine brutale Herausforderung geworden.

Und heute, einen Tag nach dem Polar Bear Marathon erlebten die Polar Bear Runners die Eisbären aus nächster Nähe. Mit diesen Bildern verabschiede ich mich aus dem Norden, denn morgen nachmittag heißt es, Leaving Churchill und es geht zurück nach Winnipeg. Was für ein Land, was für ein Ort, was für unglaubliche Menschen und Geschichten. Churchill bringt auf eine erstaunliche Art Leute zusammen und formt ein Band zwischen ihnen. Man kommt als Fremder und geht als Freund und hat viele neue Freunde hinzugewonnen. Churchill ist ein neues Kapitel in unserem Lebensbuch geworden. Ein Kapitel voller Abenteuer, Freundschaft, Ausdauer, Schmerz und Schönheit.

Churchill Polar Bear Marathon

 

Am 20. November 2012 schrieben 12 Läufer aus Kanada, USA, Deutschland Geschichte. Sie kamen nach Churchill, einem kleinen Ort hoch im Norden Kanadas an der Hudson Bay, um den ersten Polar Bear Marathon zu laufen. Hier ist ihre Geschichte. 

Churchill ist bekannt als „Polar Bear Capital of the World“ – als Eisbärenhauptstadt. Jedes Jahr zwischen Oktober und November kommen hunderte von Eisbären in die Nähe Churchills, um dort das Zufrieren der Bay abzuwarten. Denn kann können sie endlich aufs Eis und nach Robben jagen. Wenn sich die Eisbären in der Tundra um Churchill aufhalten, kommen Tausende von Touristen, um die Eisbären von „Tundra Buggies“, monströsen gepanzerten Bussen zu beobachten. Als die Läufer am 19. November eintreffen, ist die Eisbärensaison vorbei, die letzten Touristen reisen an diesem Tag nach Hause. Um halb acht macht sich die Gruppe auf den Weg vom Tundra Inn Hotel zu Gypsys Bakery, dem Start und Finish des Polar Bear Marathon.

Das Gruppenfoto kurz vor dem Start bei der Gypsys Bakery

Um 8.15 Uhr fällt der Startschuss – wie es sich für Churchill gehört – wird mit der Eisbärenpistole geschossen. Die Temperaturen sind auf milde minus 10 Grad angestiegen. Wenige Tage zuvor hatten wir Sturm und über minus 20 Grad, der Windchill-Faktor trieb die gefühlten Temperaturen auf minus 35 Grad!

Die Läufer starten in einen wunderschönen Churchill-Sonnenaufgang.

Dann beginnt der lange, einsame Weg auf der Rocket Launch Road entlang der Hudson Bay. Am Wegesrand stehen keine Zuschauer, die die Läufer anfeuern. Nirgends spielt Musik. Dafür erleben sie eine einzigartige Natur – und laufen mitten durch Eisbärengebiet. Und weil das sehr gefährlich ist, werden die Läufer von Begleitfahrzeugen eskortiert. Für die Churchiller gehört ein geladenes Gewehr genauso selbstverständlich ins Auto wie ein Verbandskasten.

Antarctic Mike (vorne) und Albert Martens, die beiden hatten die Idee, in Churchill einen Marathon zu laufen. Albert hat unendliche Stunden in die Organisation des Marathon gesteckt, am Abend vor dem Lauf war ihm die Erschöpfung deutlich anzusehen.

Die Spitzengruppe mit Eric, dem Mount Everest Bergsteiger, Gerry aus Steinbach und Arthur aus New Jersey

Eines der Begleitfahrzeuge, die während des gesamten Laufes in der Nähe der Läufer fuhren.

Trotz der recht milden Temperaturen von minus 13 Grad und lauem Südwind war der Lauf eine echte Herausforderung. Nicht auszudenken, wären die Temperaturen am 20.11.2011 wie sonst üblich bei minus 20, minus 25 Grad gelegen, dazu ein eiskalter Nordwind von der Hudson Bay.

Haben wir Eisbären gesehen? Nein. Aber wahrscheinlich haben die Eisbären uns gesehen. Unterwegs hielten einige Autos an, deren Fahrer  von Eisbären berichteten. Ein Bär wurde an der Hudson Bay gesichtet, einer beim Überqueren der Straße, zwei Bären wurden auf einem Grundstück in der Nähe der Straße gesehen und ein Einwohner, der außerhalb der Stadt lebt, berichtete mir über Facebook, dass er sogar einen Bären mit einem Schreckschuss vertreiben musste. Die Schüsse hat Gerry, der mit Eric und Arthur in der Spitzengruppe lief, gehört.

Diese drei hab ich unterwegs nur lachend erlebt. Unglaublich. Aber sie kommen ja auch aus Churchill und sind diese Temperaturen gewöhnt.

Albert freut sich über einen wohlverdienten Happen beim Kilometermarker 21

Da staunen die Touristen – statt Eisbären springen Läufer in der Tundra herum

Um 12.30 Uhr setzte heftiger Schneefall ein. Die Spitzengruppe kam nach rund 4 Stunden zurück ins Ziel nach Churchill. Hier kämpfen sich Holger und Christian, die beiden deutschen Läufer durch die Elemente. Holger berichtete, dass ihm die Kälte doch sehr zu schaffen mache. Auch Christian kam an den Punkt, bei ab dem er sich durchbeissen musste. Wir versuchten, sie mit flotter Country Musik aus unserem Auto aufzumuntern!

Albert und Antarctic Mike mit ihrer Crew – glücklich im Ziel

Alle Läufer haben das Ziel erreicht. Was für eine Leistung! Ein einsamer Lauf, den Elementen ausgesetzt, Kälte, Eis, Schnee, Eisbären. Ein unglaubliches Abenteuer. „Wir alle haben heute ein Kapitel in unser Lebensbuch geschrieben“, sagte Antarctic Mike nach dem Lauf. Ein Kapitel, das keiner mehr vergessen wird.

Und so sieht der kleine Zeh eines Mount Everest Bergsteiger aus, der seinen ersten Marathon gelaufen ist

Abends wurde gefeiert – mit einem wunderbaren Essen in Gypsys Bakery zu dem alle Läufer, Helfer und Familienangehörigen eingeladen waren. Jeder Läufer erhielt eine Urkunde und ein T-Shirt, die Läufer aus Churchill eine Medaille, die Läufer, die von auswärts kamen, erhielten einen aus Stein geschnitzten Eisbären. Alle Helfer bekamen ein gelbes Polar Bear T-Shirt. Anschließend fand im Kino des Gemeindegebäudes, der hier schlicht „The Complex“ genannt wird, eine fantastische Diapräsentation über Eisbären von Dennis Fast statt. Der Bürgermeister von Churchill, Mike Spence, bedankte sich bei den Läufern für das Kommen und Laufen des Marathons und überreichte ein Geschenk der Stadt an die Läufer.

Und irgendwie war allen klar – das war nicht das letzte Mal, dass in Churchill ein Eisbären-Marathon gelaufen wurde!

 

 

Das große Zittern – Windchill minus 30 Grad

Als ich die Balkontüre öffnete spürte ich die frische, kristallene Luft. Mein Thermometer zeigte Null Grad an. Das ist ziemlich warm. Wenn man die Temperaturen mit Churchill vergleicht. Da gab es gestern einen Blizzard. Der Windchill Faktor liegt derzeit bei minus 30 Grad. Das kann ich mir noch gar nicht vorstellen, eine Temperatur, die weit außerhalb meiner Wohlfühlzone liegt. Kälte kann ich aushalten, aber wenn der Wind hinzukommt, sieht das wieder ganz anders aus. Jedenfalls hat mich die Meldung auf dem Polar Bear Alley Blog dazu veranlasst, erneut in meiner Ausrüstungskammer zu wühlen. Ich suchte (und fand) meinen Goretex Nierenschutz und ein wärmeres Chaskee Fliesshalstuch, das mit in den Koffer, bzw. Duffel Bag kommt. Für die Lodge dürfen wir nur einen kleinen Ruck- oder Seesack mit dem nötigsten mitnehmen.

Und weil es einen Tag vor Abflug ja sonst nichts anderes zu tun gibt, darf ich mich noch um eine Umbuchung meines Fluges kümmern, weil mein Reisebüro gepennt hat. Gestern rief ich die Air Canada Seite auf, tippte meinen Namen ein und siehe da: Nichts. Ich war nicht vorhanden. Panik! Anruf bei Air Canada in Frankfurt. Eine wirklich sehr nette und kompetente Mitarbeiterin am Telefon. Sie checkte die Daten und konnte mich jedenfalls als Passagier finden. Tief durchschnauf! Dann meinte sie, dass es einen Timechange auf dem Rückflug gegeben hat. Aktuell lande ich um 20.26 Uhr in Toronto und der Weiterflug nach Zürich startet um 20.30 Uhr. 4 Minuten Umsteigezeit. Und mein Reisebüro hat mir nicht Bescheid gegeben, obwohl sie darüber von Air Canada informiert wurden! Und weil die Buchung über ein externes Reisebüro ging, konnte auch die freundliche Mitarbeiterin meinen Flug nicht umbuchen.

So, das wars für heute, denn ich muss mich nun wirklich ans Packen und Auswählen der Ausrüstung machen. Wer gerne weitere Infos zum Polar Bear Marathon haben möchte, findet meine Newsmail auf der Dropbox. Einfach anklicken und pdf laden. Ich freue mich, dass ihr mit dabei seid beim Abenteuer in der kanadischen Arktis.