Auf dem Weg zu den „Flats“ bin ich diesem Eisbären begegnet. Nein, keinem lebenden, obwohl das ja gar nicht so abwegig ist in Churchill.
Churchill ist übrigens nicht nach dem englischen Premierminister Winston Churchill benannt, sondern nach John Churchill (einem Vorfahren von Sir W. Churchill), der im späten 17. Jahrhundert als Gouvaneur der Hudson Bay Company tätig war. Die ersten Europäer erreichten 1619 die Hudson Bay unter der Leitung des Dänen Jens Munk (nach dem eine Straße in Churchill benannt wurde). Sie mussten dort, wo sich heute die Stadt befindet, überwintern. Von seiner Mannschaft, die aus 64 Mitgliedern bestand, überlebten nur drei den furchtbar kalten Winter und kehrten unter abenteuerlichen Umständen wieder zurück nach Dänemark.
Ehrlich gesagt fehlen mir die Worte, um dieses Bild zu beschreiben. Bedarf es einer Beschreibung? Ich glaube kaum. Vielleicht überkommt mich während der kurzen Wintertage die Inspiration und ich schreibe ein Gedicht über die Nordlichter. Für heute ist es die Postkarte Nr. 5 mit der ich das Licht, eingefangen über dem Himmel der Seal River Lodge, in die Welt entlasse.
In Neuseeland gibt es Warnschilder für Pinguine, hierzuland wird vor Rindviechern gewarnt, aber ein Straßenschild, das vor Eisbären warnt, das habe ich bislang noch nicht gesehen. So was gibt es halt nur in Churchill, Mantioba, Kanada. Wer mich eines besseren belehren kann – bitte den entsprechenden Link in den Kommentaren angeben. Und gerne auch weitere kuriose Straßenschilder verlinken.
Dieser Bursche scheint die Schnauze voll zu haben. Seine Ansage ist unmissverständlich: „No more photos, please!“ Kann ich verstehen. Ich mag es auch nicht, wenn ich beim Mittagsschläfchen ständig dieses Geklicke von Fotoapparaten im Ohr habe.
Auf der anderen Seite der Bahngleise, direkt am Ufer der Hudon Bay liegen die Flats. Eine kleine Siedlung aus urigen Hütten. Dort leben die Menschen noch ohne fließend Wasser. Es war mein dritter Besuch in den vergangenen zehn Jahren in den Flats. Dieses Haus sieht noch immer so aus wie vor zehn Jahren. Doch eines war sehr auffällig. Mitten in den Flats steht ein, nun, für Churchiller Verhältnisse würde ich mal sagen eine Villa. Ein riesig großes Haus. Wie ich erfuhr, gehört es dem Bürgermeister. Und es hat einen Wasseranschluss. Nachdem nun der Bürgermeister sein Haus in die Flats gesetzt hat, dachten viele der Bewohner, dass sie nun wohl auch einen Wasseranschluss bekämen. Jedenfalls, so wurde mir berichtet, gab es einen regelrechten Ausverkauf von Waschbecken und Toiletten. Ob diese bereits in Betrieb sind, habe ich nicht erfahren.
Journalistin – Fotografin
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