Nacht der Kirche



Am gestrigen Karfreitag fand von 21 Uhr bis Mitternacht die Nacht der Kirche statt. Beide Kirchen waren nur von Kerzenlicht beleuchtet, in Wintersweiler wurden abwechselnd die Fresken angeleuchtet. Stille und Meditation standen im Mittelpunkt des Abends. Besucher konnten kommen und bleiben so lange sie wollten. In beiden Kirchen wurden Bibeltexte gelesen, die sich mit Musik- und Bildbetrachtungen ablösten. Im Vordergrund stand aber die Stille. Jeder konnte sich an verschiedenen Orten aufhalten. So gab es einen Stuhlkreis, in dessen Mitte biblische Szenen zur Meditation einluden. Die sakrale Atmosphäre in beiden Kirchen empfand ich als sehr wohltuend. Für Besucher war es eine gute Möglichkeit, eine Kirche außerhalb eines Gottesdienstes zu besuchen und sich in der Stille mit der Botschaft des Kreuzes auseinanderzusetzen.

Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben

Für schön gemachte Bücher mit gutem Inhalt wird es immer einen Markt geben! Allen Schreibern und angehenden Autoren möchte ich daher Titus Müllers Buch „Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben“ empfehlen. Warum? Das könnt ihr meiner Rezension entnehmen, die heute im Literatur-Café erschienen ist.

Brief an Journalisten

…Weißt Du auch was Schriftstellerei, als Nahrungszweig getrieben, an sich selbst, und besonders heutzutage in Deutschland ist? Es ist das elendeste, ungewisseste und verächtlichste Handwerk, das ein Mensch treiben kann – der sicherste Weg im Hospital zu sterben … Ich weiß was Du mir sagen wirst – Romane, Schauspiele, Zeitschriften, Taschenbücher – und die Beispiele von Goethe, Schiller, Richter, Kotzebue, La Fontaine. In der Tat machen diese fünf eine Ausnahme; aber was sind 5 gegen 6000 Buchmacher, die es itzt gibt? … Lassen wir aber diese Personen, und sprechen wir von der Sache selbst. Der Buchhandel liegt in einem so tiefen Verfall und wird mit jeder Messe so viel schlechter, dass selbst angesehene Buchhändler erschrecken, wenn ihnen ein Manuskript, das nicht einen schon berühmten Namen zum Garant hat, angeboten wird. Diese Buchläden sind mit Romanen und Theaterstücken aller Art dermaßen überschwemmt, daß ihnen jeder Taler zu viel ist, den sie für ein Schauspiel, das nicht von Kotzebue oder Schiller, einen Roman, der nicht von Richter, La Fontaine, oder Huber kommt, geben sollen… Mit Journalen ist vollends gar nichts mehr zu verdienen; es stechen zwar alle Jahre etliche Dutzend neue, wie Pilze aus sumpfdichtem Boden, aus den schwammichten Wasserköpfen unsrer literarischen Jugend hervor; aber es sind Sterblinge, die meistens das 2. Quartal nicht überleben….

Auszug aus einem Brief, den Christoph Martin Wieland an seinen Sohn Ludwig schrieb – im August 1802. Diesen Text habe ich dem Buch „Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben“ von Titus Müller entnommen, das ich derzeit für das Literatur-Café rezensiere. Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion über die Auslegung der Gemeinsamen Vergütungsregeln für freie hauptberufliche Journalisten und Journalistinnen an Tageszeitungen muss ich feststellen, dass dieser Brief an seiner Aktualität auch zwei Jahrhunderte später nichts eingebüßt hat.

Übrigens: In England wollen die Kollegen und Kolleginnen streiken. Am 1. April. Und nein, das ist kein Aprilscherz.

Mit 73 fit wie ein Turnschuh

Willi ist ein großes Vorbild für mich. Neulich am Samstag in der Laufgruppe sind wir die 14 Kilometer Runde gelaufen. Die hat es ganz schön in sich, da sie auf der Hohen Straße (Westweg) aufwärts führt. Das treibt natürlich den Puls nach oben. Und dann kommt Willi, zieht an mir vorbei und meint „Ohje, mein Puls ist schon bei 128“. Da fehlen dir einfach die Worte. Ich will jetzt lieber nicht sagen, wie hoch mein Puls war. Am Sonntag läuft Willi den Halbmarathon in Freiburg. Begleitet wird er von einer Radioreporterin, die 50 Jahre jünger ist als er. Was es mit Willi sonst noch so auf sich hat, könnt ihr in diesem Artikel in der Badischen Zeitung lesen, der heute erschienen ist.