
Mai 2013 und der Traum vom Sommer

Mai 2013 und der Traum vom Sommer
Heute berichte ich darüber, wie mit minimaler Fotoausrüstung geniale Fotos entstehen, die sogar auf dem Titel einer Tageszeitung erscheinen.
Mein Foto eines Stand Up Paddlers (Raphael Kuner von RaffTaff) hat es heute auf die Titelseite der Badischen Zeitung geschafft. Das bemerkenswerte an diesem Foto ist die eingesetzte Fotoausrüstung, mit der das Bild umgesetzt wurde. Wie mit minimaler Fotoausrüstung geniale Fotos entstehen weiterlesen
Die österreichische Autorin Cornelia Travnicek, fotografiert auf der Leipziger Buchmesse 2012
Aus aktuellem Anlass habe ich meine Foto-Galerie mit Portraits von Autoren erweitert. Vom 14. bis 17. März 2013 bin ich auf der Buchmesse in Leipzig. Wenn ich nicht in den Hallen unterwegs bin und Autoren fotografiere, findet ihr mich im Digitalen Wohnzimmer in Halle 5, Stand B504 beim literaturcafe.de.
Das literaturcafe.de präsentiert in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse täglich ein hochkarätig besetztes Programm auf der Bühne des Forum autoren@leipzig in Halle 5. Für Autoren und Selfpublisher sind die Talks der Expertentipps ein Muss. Wolfgang Tischer, Herausgeber des literaturcafe.de unterhält sich mit Marketingprofi Mathias Siebel, Leiter Marketing des Bastei Lübbe Verlags über das perfekte Buchcover, spricht mit Justitiar von Random House, Rainer Dresen über Juristische Fallstricke bei der Buchveröffentlichtung und spricht mit dem Selfpublishing Star Emily Bold über – na klar, Selfpublishing. Es gibt Expertentipps zu den Themen: Wie finde ich den richtigen Lektor, die größten Fallstricke beim E-Book-Selbstverlegen, vom Umgang mit Journalisten und der Presse und warum trotz Facebook und Co. der Autor seine eigene Website braucht.
Es braucht aber nicht nur eine Website, auch ein ansprechendes Foto für Buchumschlag oder Website muss sein. Denn der Leser möchte wissen, mit wem er seine Zeit beim Lesen verbringt. Wie aber sieht ein professionelles Autorenfoto aus? Was ist zu beachten? In die Kamera gucken? Der Blick entspannt oder geheimnisvoll? Darüber unterhält sich Wolfgang Tischer mit mir in der Expertenrunde Das perfekte Autorenportrait am Sonntag, 17. März 2013 von 14.30 bis 15 Uhr.
Alle Termine, die das literaturcafe.de präsentiert, sind hier zu finden. Wer nicht live auf der Buchmesse dabei sein kann, hat später die Möglichkeit, alle Mitschnitte der Termine als Podcast zu hören.
Seit Jahresbeginn war ich jedes Wochenende im Schwarzwald unterwegs. Meistens Schneeschuhwandern. Die Touren waren recht abenteuerlich. Wir waren bei stürmischen Wetter, Nebel und Schneetreiben unterwegs. Ich mag es, Elemente zu spüren. Mir macht es nichts aus, wenn es stürmt, regnet, schneit oder kalt ist.
Heute früh kurz nach Sonnenaufgang schaute ich voller Wehmut aus dem Fenster und auf die Webcams des Feldbergs.
Der Feldberggipfel an diesem Morgen um halb acht.
Da bricht einer der schönsten Wintertage des Jahres an – und statt mittendrin zu sein, sitze ich zu Hause, weil ich krank bin. Das ist wirklich schade. So einen genialen Tag habe ich diesen Winter noch nicht erlebt und ich bin traurig, dass ich heute nicht unterwegs sein kann.
Statt mit den Schneeschuhen unterwegs sein, habe ich einige Gedanken notiert. Über die Klarheit des Morgens. Von diesen Tagen wünsche ich mir und meinen Lesern noch viele in diesem Jahr.
Unterwegs auf dem Panoramaweg Bernau öffnet sich dieser grandiose Blick hin zum Herzogenhorn.
Heute morgen habe ich – zufällig – folgenden Abschnitt im Buch „Im Winter des Lebens“ von Hans Thoma gelesen:
„Es gibt wohl kaum ein größeres Vergnügen für einen Schriftsteller, als so vor einem weißen Bogen Papier zu sitzen und im voraus zu vermuten, zu ahnen, was da alles auf diesem Papierbogen an geistigem Gehalt vertintet wird. Die Feder ist gespannt, im Kopfe wirbelt und brodelt es, nun kann es losschießen, das übrige wird sich finden. Es wird aus Kopf und Feder fließen, nur nicht ängstlich. Ein ähnliches Vergnügen kennt wohl nur noch der Maler, wenn er vor einer reinen Tafel sitzt und sich im Geiste vorstellt, wie sie wohl aussehen wird, wenn er sie mit seinen Flecken (ein verstärkter Ausdruck für Flächen) bedeckt haben wird. Auch er fange unbedenklich an, er ist doch ein Individuum, und da müssen die Flecken seinem Wesen sich gestalten, also mindestens Originalflecken werden. Fast kann er die Ungeduld seiner Palette, seiner Pinsel nicht beschwichtigen, nach jedem Schmiss, den er der reinen Tafel beigebracht, tritt er zurück und sieht, ob er gelungen ist, und misst, wohin der andere Schmiss zu tun ist.“
Hans Thoma, Im Winter des Lebens, Seite 156, Eugen Diederichs Verlag München
Da schreibt einer, der keine Schreibblockade kennt! Hach, wenn ich da nur von mir behaupten könnte. „Das übrige wird sich finden“. Das soll wohl meinen: Schreib einfach drauf los. Die Worte werden sich ordnen, werden sich finden, werden Gestalt annehmen. Lass es fließen. Mach dir keine Gedanken. Schreibe drauf los, intuitiv! Nicht denken.
Thoma hat so wunderbare Sätze geschrieben wie
„Über dem Tal liegt schon blauendes Dämmerdunkel, in dem der silberne Bach glänzt.“
„Ich sitze in verworrenen Träumen, in seelischem Dämmerzustand“
„Die blaue Unendlichkeit im Sonnenlicht, im Raumklarheit verscheuchte alle Nachtgespenster, und meine Seele war wieder unsterblich.“
Manchen mögen diese Sätze furchtbar kitschig vorkommen. Ich finde sie wundervoll. Wenn man sie liest, entstehen Bilder vor meinem Auge. Hans Thoma war Maler, er malte nicht nur mit dem Pinsel, er malte auch mit Worten. Eine wunderbare Gabe.