Ich liebe den Mai. Für mich ist es der schönste Monat des Jahres. Er symbolisiert Neubeginn, Aufbruch, Wachstum, Inspiration, Kreativität. Am liebsten würde ich beständig im Mai leben. Ein bisschen erinnert mich der Mai an meine Zeit auf Hawaii. Die Luft ist erfüllt von Blütenduft, weil immer irgend etwas am Blühen ist. Gestern habe ich diesen intensiven Blütenduft zum ersten Mal so richtig wahrgenommen. Draussen in der Natur und auch im Sichtwerk. Ein Strauß Lilien hat den ganzen Raum erfüllt. Ein wunderbarer Duft nach Frühling, Leben und Freude.
Kostenloser Hörbuchdownload im Literatur-Café
Zur Walpurgisnacht 2008, der Nacht auf den 1. Mai, präsentiert das Literatur-Café einen gruseligen Leckerbissen der besonderen Art. Nadia Zaboura liest die Erzählung »Nur eine Amsel« von Birgit-Cathrin Duval. Das über 20minütige Hörbuch steht hier kostenlos zum Download für Ihren Computer oder MP3-Player bereit. Über den Flash-Player kann man die Gruselgeschichte auch sofort anhören.
Die Erzählung beginnt am Vorabend einer anderen gespenstischen Nacht des Jahres: Halloween. Um der tristen Atmosphäre ihres Büros zu entkommen, beschließt die weiblich Hauptperson endlich einmal wieder in der frischen Luft des Waldes joggen zu gehen. Doch was als erholsamer Lauf beginnt, wird plötzlich zur Verfolgungsjagd. Nur was ist da im Wald, das sie verfolgt?
Die Erzählung »Nur eine Amsel« ist bereits seit einige Zeit in der Textfassung im Literatur-Café zu lesen. Nun verleiht ihr Nadia Zaboura eine Stimme. Das Literatur-Café wünscht eine angenehm schauerliche Unterhaltung.
Conergy Marathon Hamburg 2008
Ja, ich habe es geschafft und bin eine der 15 801 Läufer, die es nach 42,195 Kilometern in Hamburg ins Ziel geschafft haben! So wie alle 22 Läufer unserer feg-sports Laufgruppe. Was für ein Tag! Was für ein Wetter, was für eine Stimmung. Hier ein kurzer Überblick:
Gegen halb neun treffen wir beim Start ein und verteilen uns auf unsere Startblöcke. Neben mir steht Erika aus Siegen. Sie hat Geburtstag und erzählt mir, dass sie vor genau 18 Jahren ihren ersten Marathon gelaufen ist. Heute feiert sie ihren 61. Geburtstag und beschenkt sich selbst mit dem Marathonlauf. Wow. Punkt 9 Uhr bimmelt Hamburgs erster Bürgermeister Ole von Beust mit der Schiffsglocke – unser Startsignal. Noch werden rund zehn bis zwölf Minuten vergehen, bis wir die Startlinie überqueren und das Rennen für uns offiziell begonnen hat. Zu sechst gehen wir gemeinsam den Marathon an, mit der Strategie, die sich unser Laufcoach Uwe für uns zurechtgelegt hat: Alle paar Kilometer legen wir bei den Getränkestationen eine kurze Gehpause ein. Unser Ziel: Wir wollen ankommen – und das unter 5 Stunden. Als wir Kilometer Eins passieren, kommen mir die 42 Kilometer wie die Milchstraße vor. Unendlich weit weg und unerreichbar. Kilometer 2. Die schwersten Kilometer habe ich jetzt hinter mir, sage ich mir. Und wirklich, es geht locker, Kilometer um Kilometer. Ich fühle mich gut, wir laufen gemeinsam – gemäß unserem Motto „Laufend Freunde finden“ und haben Spaß. Bei Kilometer Fünf kommt Hektik auf, alle wechseln zur rechten Seite, denn dort befindet sich die erste Getränkestation. Es ist heiß in Hamburg, 21 Grad und Trinken ist wichtig. Bei Kilometer Zehn kommen wir zu den Landungsbrücken. Links am Straßenrand steht ein Ordner mit gelber Conergy-Weste. Plötzlich brüllt er leidenschaftlich: „Birgit, du schaffst das, ich glaub an dich!“ Ich bin plötzlich Popeye, der Spinat geschluckt hat – dieser Zuruf puscht mich unheimlich auf! Dann, bei Kilometer Zwölf – unsere Fangruppe! Wie toll, unsere Freunde inmitten der Menschenmassen zu sehen. Weiter gehts. Dann bei Kilometer 15 bekomme ich ein ungutes Gefühl links in der Seite. Als würde jeden Augenblick Seitenstechen anfangen. Damit hatte ich noch nie Probleme. Ich konzentriere mich aufs Atmen, versuche nicht daran zu denken. Bei Kilometer 15 schließt sich uns Olaf an. Er kam mit seinen Freunden, die ihm alle davongelaufen sind. Jetzt sind wir die glorreichen Sieben. Kilometer 22. Schon von weitem erkennen wir unser blaues Shirt, das an einer Fahnenstange baumelt. Da, wieder unsere Fans! Wow, das gibt Kraft! Ab Kilometer 30 hört das Gefühl in der Seite auf. Dafür werden die Beine schwerer. Olaf ist plötzlich verschwunden. Noch 12 Kilometer. Wo bleibt der Mann mit dem Hammer? Er muss mich verpasst haben, denn ich bin bereits bei Kilometer 32. Ich werde langsamer. Die anderen aus meiner Gruppe sind vor mir. Ich trinke an jeder Wasserstelle, lasse kaltes Wasser über Arme, Gesicht und Nacken laufen. Bei KM 25 aß ich ein Stückchen Banane. Ich fühle mich noch immer gut. Und bin entschlossen, diesen Lauf zu vollenden. Jetzt aber erst einmal bis Kilometer 36 kommen. Denn dort steht wieder unsere Fangruppe und mein selbstgemischtes Elektrolytgetränk nach der Rezeptur von Herbert Steffny. Und wieder sehen wir von weitem unser Shirt in den blauen Himmel ragen! Axel motiviert mich, nochmal alles zu geben, Susanne massiert mir die Beine. Weiter geht es. Kilometer 38. Ich höre Aha – „Take on me“ und fühle mich wie auf einer Welle. Bei Kilometer 39 kommt Tina: „Your simply the best“. Dann wird mein Glaube, dass ich den Marathon schaffen kann, zur Gewissheit. Kilometer 40. Nochmal alles geben. Zwei Kilometer. Die Menschenmassen werden immer dichter. Kilometer 41. Jetzt steigt ein Glücksgefühl in mir auf. Da, von weitem erkenne ich bereits das Ziel! Wahnsinn. Ich bin angekommen – wir sind angekommen. Mit jedem Schritt rückt das Ziel näher, werden die Emotionen größer. Wir sechs feg-runners fassen uns an den Händen uns laufen nach vier Stunden und fünfzig Minuten gemeinsam über die Ziellinie. Wir haben es geschafft, wir sind Finisher! Und sehen dabei auch noch gut aus! Anders als viele andere, die nach Überqueren der Ziellinie auf der Trage in die Ambulanz geschoben werden. Ich bin überrascht, wie gut ich mich nach dem Lauf fühle. Natürlich schmerzen die Beine, aber bereits am Montag war der Schmerz vergessen und heute fühle ich mich topfit als wäre ich im Urlaub gewesen. Alles in allem war mein erster Marathonlauf ein positives Erlebnis, das Lust auf mehr macht! Vielen Dank an Uwe, der an mich, an uns geglaubt hat und den Lauf mit uns vollendet hat! Danke an die Fans, die uns so toll motiviert haben. Ohne euch hätte ich das nicht geschafft!
Wenn eine Marke zum Lebensstil wird
Wenn wir uns ein bestimmtes Produkt kaufen – sei es ein Computer, ein Auto, ein Getränk oder ein Parfüm, kaufen wir nicht eine bestimmte Marke, sondern eine Philosophie, ein Lebensgefühl. Je stärker uns die Marke ein solches Gefühl vermitteln kann, desto erfolgreicher ist sie, weil sie von vielen Menschen gekauft wird, die eben dieses Gefühl erleben wollen. Je erfolgreicher das Produkt ist, desto eher erhält es einen anderen Stellenwert. Es wird zu einem Lebensstil. Warum ziehen wir eine Marke der anderen vor? Warum muss es ein Joggingschuh von Nike sein und nicht von Asics, Puma oder Adidas? Wahrscheinlich wurden alle drei Schuhe in den gleichen Sweatshops in China gefertigt, bestehen aus dem gleichen Material und kosten alle etwa den selben Preis. Warum gehe ich zu Starbucks und nicht zu Tschibo? Warum arbeite ich mit einem Apple Computer und nicht mit einem Sony Vaio oder Dell? Weshalb habe ich ein iphone (ich habe selber keines), einen iPod, fahre ich einen BMW und nicht einen Mercedes oder Audi? Was steckt dahinter, dass ich mich für ein bestimmtes Produkt entscheide?
Es ist die Geschichte, die diese Marke erzählt, das Lebensgefühl, das vermittelt wird. Das Produkt ist dabei nur nebensächlich. Die Hersteller verkaufen nicht mehr die Qualität ihres Produktes, sondern wie es sich anfühlt, das Produkt zu benutzen, zu tragen oder zu geniessen. Vor Jahren sagte einmal jemand zu mir: „Du bist doch eine kreative Person, du musst dir einen Mac zulegen.“ Damals dachte ich, dass es keine Rolle spielt, welchen Computer ich benutze, schließlich bin ich diejenige die kreativ ist – der Computer ist nur ein Hilfsmittel. Inzwischen bin ich dem Lebensgefühl „MAC“ erlegen. Natürlich brauche ich einen Mac, denn ich bin eine kreative Person. Wie konnte ich nur so lange mit einem Windows-Rechner arbeiten, der bremst mich ja aus in meiner Kreativität.
Marken bestimmen unser Lebensgefühl! Nur weil eine Firma mir geschickt suggeriert, dass ich ohne ihr Parfüm, ohne ihre Jeans, ohne ihr Bier, ohne ihre Uhr, Auto was auch immer – weniger attraktiv, weniger sexy, weniger erfolgreich bin. Die Marke macht das Produkt – die Marke macht mich zu dem, was ich gerne sein möchte. Wir identifizieren uns mit Marken, um etwas darzustellen. Und vergessen darüber unsere Einzigartigkeit. Wir lassen uns plötzlich von einer Marke vorschreiben, wie wir uns zu fühlen haben. Vor Jahren war es trendy, Puma Turnschuhe zu tragen. Wer trägt heute noch Puma? Aber wegen Nike-Turnschuhen bringen sich sogar Leute um!
Wie oft ertappe ich mich bei dem Gedanken, wenn ich dieses oder jenes hätte, dann… Ja was dann? Meistens erkenne ich mit dem Kauf oder Besitz eines bestimmten Produkts, dass es mir nicht besser geht. Mir kommt eine Geschichte in den Sinn, die ein eingefleischter Harley-Davidson-Fan erzählt hat. Seit er als Jugendlicher den Film „Easy Rider“ sah, wollte er eine Harley-Davidson besitzen. Eine Harley, das ist nicht irgendein Motorrad. Eine Harley ist ein Lebensgefühl. Eine Harley ist das Synonym für Freiheit und Unabhängigkeit. Also hat sich der Typ so lange sein Geld zusammengespart, bis er eine Harley hatte und seinen Traum von der Route 66 live erlebte. Aber wie oft kannst du die Route 66 rauf – und runterfahren? Irgendwann ist auch das nicht mehr das pralle Leben. Vor wenigen Wochen stand der Harley Typ in einer Gemeinde und erzählte aus seinem Leben. Wie er etwas in seinem Leben fand, das viel mehr Bedeutung hat, als eine Harley-Davidson. Das viel mehr Kraft hat, als ein Dreh am Gasgriff und ein donnernder Auspuff. Sein Leben lang hat er sich auf die Harley gesetzt, um echtes Leben zu spüren und Freiheit zu erfahren. Und blieb am Ende doch leer, weil er spürte, da muss es doch noch mehr geben als das, was mir die Harley zu bieten hat.
Ich muss hier eines einfügen: Ich bin früher selber Motorrad gefahren. Leider hatte ich keine Harley, dazu hat das Geld nicht gereicht. Aber ich war begeisterte Motorradfahrerin und genoss das Gefühl, auf dem Motorrad durch die Lande zu fahren. Und ich habe auch nichts gegen Marken. Ich schreibe hier an einem Apple Computer, ich trage Replay Jeans und fahre einen BMW. Aber ich darf es nicht zulassen, dass die Marke zu meinem Lebensstil wird. Dass die Produkte etwas über mich als Mensch aussagen. Wenn man mich nur durch die Wahl meiner Marken definiert, bin ich wie eine der Hollywood-Film-Städte: eine tolle Fassade, die dahinter von ein paar Stützen gehalten wird. Marken erzählen Geschichten und vermitteln uns damit ein Lebensgefühl, aber sie können uns keinen Lebensinhalt bieten.
Ich erinnere mich, wie ich einmal in Kanada auf dem Highway nach Toronto zum Airport gefahren bin. Je näher man an den Flughafen kommt, desto riesiger werden den Werbeplakate. Auf einem schwarzen Plakat war nur eine weiße Schwinge abgebildet. Kein Namen, kein Bild, nichts. Nur die Schwinge. Aber ich wusste sofort, was es bedeutet: „Just do it“. Nike. Was für eine Kraft, die von diesem Logo ausgeht. Vor 2000 Jahren lebte ein Mann, der um die Kraft von Geschichten wusste. Er brauchte keine Marke und kein Logo. Sein Wort genügte. Und noch immer ist es heute lebendig. So lebendig, dass selbst der Harley-Davidson-Typ erkannte: Das ist es, das, was ich hier finde ist echtes Leben. Ein Leben jenseits von Marken und Logos. Ihn interessiert nicht, was wir tragen, sondern wem wir glauben. Und denen, die an ihn glauben, hält er ein Versprechen parat: „Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Dunkelheit umherirren, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt.“ Johannes 8, 12 – Die Bibel.
Rollender Verkehr in drei Varianten
Gestern einen Ausflug zum Airport Bale-Mulhouse unternommen. Ich bin erstaunt, welche Faszination das Fliegen auf Menschen ausübt. Auf der französischen Seite gibt es eine Aussichtsplattform direkt am Rollfeld. Da war einiges los. Familien mit Kindern, Senioren, eifrige Fotografen, die bei jedem Start oder Landung die Kamera auf High Speed stellen und unzählige Fotos von den Flugzeugen machen. Zwei hatten einen Empfänger dabei, mit denen sie den Flugfunk abhören können. Natürlich ist Basel nicht mit Frankfurt zu vergleichen, doch in der halben Stunde, in der wir dort waren, starteten zwei Airbus-Flugzeuge von Easy Jet, landete ein Air Berlin Airbus, eine Air France Maschine, ein Kleinflugzeug, startete ein Embraer Jet, eine Gulf Stream und eine Boeing 747.
Bloggen wir uns zu Tode?
Sehr interessanter Beitrag der New York Times über die Sweatshops des digitalen Zeitalters: unsere Büros!