Westweg Winter Wanderung Etappe 3 Forbach nach Unterstmatt

Winterglück auf der Badener Höhe
Winterglück auf der Badener Höhe

In Forbach pfeift der Wind durch’s Murgtaltor, wo wir das obligatorische Westweg-Portal Foto aufnehmen. Es sind Sturmböen vorhergesagt und wir können nur erahnen, was uns auf den Berghöhen erwartet, wenn es bereits im Murgtal kräftig bläst. Doch dann kommt alles ganz anders erwartet.
 

Startklar für die 3. Etappe
Startklar für die 3. Etappe

Die heutige dritte Etappe des Westwegs führt von Forbach nach Unterstmatt. Sie ist nur 19,4 Kilometer lang, klotzt aber mit 1.040 Höhenmetern. Und die beginnen bereits in Forbach. 400 Höhenmeter müssen gleich zu Beginn der Etappe bis zur Hütte Wegscheid bewältigt werden.

Komfortable und bestens eingerichtete Wegscheid-Hütte
Komfortable und bestens eingerichtete Wegscheid-Hütte

An der Wegscheid-Hütte gönnen wir uns eine kleine Teepause.

Der Herrenwieser See
Der Herrenwieser See

Vom Wegscheid führt der Westweg ein kurzes Stück hinab zum Schwarzenbachstausee um danach auf einem steilen, steinigen Pfad wieder aufwärts zu klettern. Fast hätten wir den Herrenwieser See links liegen gelassen. Dann entschlossen wir uns doch zum Abstecher an den See, der vor uns lag wie eine Märchenlandschaft. Wir setzten uns auf eine Bank und genossen diesen grandiosen Blick auf den stillen See.

Auf dem nördlichen Ausläufer der Karwand geht es weiter hinauf
Auf dem nördlichen Ausläufer der Karwand geht es weiter hinauf

Heute schenkt uns der Westweg nichts. Es geht weiter hinauf. Steil hinauf. Wir steigen auf einem Serpentinenweg bergan. Der Waldboden ist erneut schneebedeckt. Wir steigen dem Winter entgegen. Der Waldpfad führt uns zum Zwei-Seen-Blick mit wunderbaren Aussichten auf den Herrenwieser See und den Schwarzenbach-Stausee. Im Tannenwald rauscht es mächtig. Sollte doch ein Sturm aufkommen?

Als hätten wir ein Tor zur Winterwelt betreten
Als hätten wir ein Tor zur Winterwelt betreten

Dann lichtet sich der dichte Wald. Als hätten wir plötzlich ein Tor zur Winterwelt betreten, wir stehen inmitten einer Wintertraumlandschaft und können unser Glück nicht fassen. Über uns ein wolkenloser tiefblauer Himmel, vor uns glitzern und funkeln Schneekristalle an den Bäumen.

Traumtrail Westweg im Winter
Traumtrail Westweg im Winter

Unglaublich. Noch vor einigen Stunden war von Winter keine Spur, jetzt stehen wir mittendrin. Wir gehen weiter auf dem engen Pfad bis wir den ersten Tausender unserer Westweg-Winter-Wanderung, den Seekopfauf 1.001 Metern Höhe, erreicht haben. Dort befindet sich ein Gedenkstein an Phillip Bussemer, einem Pionier des Schwarzwald-Höhenweges.

Endlich Pulverschnee!
Endlich Pulverschnee!

Auf dem Seekopf schnallen wir unsere Schneeschuhe an. Darauf haben wir gewartet. Herrlicher Pulverschnee knirscht unter unseren Schneeschuhen. Über den Bergsattel des Seekopfs ziehen wir unsere Spur hin zur Badener Höhe.

Traumtrag auf dem Traumtrail Westweg
Traumtrag auf dem Traumtrail Westweg

Winterwandern, insbesondere Schneeschuhwandern hat einen ganz eigenen Zauber. Für mich gibt es nichts Schöneres, als mit Schneeschuhen durch frischen Pulverschnee zu wandern. Es ist eine Art Meditation, seine Spur durch den unberührten Pulverschnee zu ziehen. Zu Hören, wie der Schnee unter den Schneeschuhen knarzt, wie das feine Schneepulver nach allen Seiten stiebt, ist pures Glück.

Wir erreichen die Badener Höhe auf 1.002 Metern
Wir erreichen die Badener Höhe auf 1.002 Metern

Die Luft ist so klar und rein. Und anders als erwartet, haben wir hier oben auf der Höhe kaum Wind. Wir machen Rast auf der Badener Höhe auf 1.002 Metern. Wir haben unseren 2. Tausender auf unserer Westweg-Etappe erreicht!

Mittagspause auf der Badener Höhe
Mittagspause auf der Badener Höhe

Bei Tee und Käsebroten holen wir uns neue Energie, denn der Aufstieg von Forbach steckt uns ordentlich in den Beinen. Allzu lange wollen wir nicht verweilen, denn es liegen noch einige Kilometer vor uns bis nach Unterstmatt.

Ein Tag, der einen wunderbaren Teil meines Lebens ausmacht
Ein Tag, der einen wunderbaren Teil meines Lebens ausmacht

Kurz nachdem wir den Friedrichsturm auf der Badener Höhe verlassen haben, sind wir uns nicht mehr sicher, noch auf dem Westweg zu sein. Doch bald sehen wir die rote Raute an einem Tannenbaum und können unseren Weg weiter fortsetzen. Die Beschilderung des Schwarzwaldvereins ist vorbildlich.

Ein Traumtag auf dem Traumtrail neigt sich langsam seinem Ende zu
Ein Traumtag auf dem Traumtrail neigt sich langsam seinem Ende zu

Wir verlassen den Höhenrücken und wandern bergab. Der Schnee wird weniger, das Sonnenlicht wirft wunderbare Strahlen durch den Tannenwald.

Geisterhaus-Atmosphäre beim Kurhaus Sand
Geisterhaus-Atmosphäre beim Kurhaus Sand

Unterhalb des Mehliskopfes erreichen wir die Passhöhe Sand. Es besteht aus einer Handvoll Häuser, darunter das Kurhaus Sand. Direkt daneben befindet sich eine ehemalige Tankstelle. Alles wirkt verlassen und besitzt eine Grusel-Atmosphäre wie in einem Geisterdorf.

Lustiger Genosse am Wegesrand
Lustiger Genosse am Wegesrand

Am Hundseck ist der Skilift noch in Betrieb. Die Sonne geht unter. Die Kilometer ziehen sich schier endlos.

Tolle Abendstimmung auf dem Weg zum Hochkopf
Tolle Abendstimmung auf dem Weg zum Hochkopf

Erneut geht es bergauf. Im Westen glüht die Abendröte. Und es windet heftig. Sollte uns nun doch ein Sturm überraschen, so kurz vor Etappenende? In der Ferne sehen wir die Lichter der Skiliftanlage vom Hundseck. Über uns rauschen die Tannen. Wir sind müde und wollen nur noch ankommen.

Blick ins Rheintal
Blick ins Rheintal

An einer Infotafel zweigt der Westweg links als schmaler Pfad in den Wald hinein. Jetzt stürmt es heftig. Wir kämpfen uns voran, durch Tiefschnee. Wir sehen kaum den Weg vor uns und müssen sogar Umwege gehen, weil der Weg zum Teil nicht mehr begehen werden kann. Ohne Schneeschuhe wäre hier kein Vorwärtskommen mehr möglich. Selbst mit Schneeschuhen sinken wir des öfteren tief ein. Unsere Tour bekommt Expeditionscharakter. Gut nur, dass es auf der fast baumlosen offenen Grindenfläche des Hochkopfs keine hohen Bäume gibt, die im Sturm auf uns fallen könnten! Fotos machen geht längst nicht mehr. Zu dunkel. Wir müssen die Stirnlampen herausholen. Der letzte Abschnitt über den 1.039 Meter hohen Hochkopf wird zu einer echten Herausforderung. Am Gipfelkreuz bläst uns der Wind fast um.

Ab in die Heia!
Ab in die Heia!

Es gibt nichts Schöneres, als nach einem langen Tag auf dem Trail anzukommen. In der Großen Tanne in Unterstmatt werden wir vom Hüttenwirt Günter Feist bereits erwartet.

Urige gemütliche Gasttsube in der Großen Tanne
Urige gemütliche Gaststube in der Großen Tanne

Nach einem zünftigen Abendessen und einen Schnaps, den Hüttenwirt Günter Feist Westweg-Wanderern spendiert, gehen wir zeitig ins Bett. Was für ein Abenteuer!
Hier geht es zur Audioreportage über die 3. Etappe des Westwegs: 

2 Gedanken zu „Westweg Winter Wanderung Etappe 3 Forbach nach Unterstmatt“

  1. Wunderbarer Bericht über Eure Wanderung- zauberhafte Aufnahmen ,tolle Leistung , besonders bei Anbruch der kalten Nacht. Das gemütliche Bett war eine Belohnung !Liebe Grüße !!

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