Jeden Tag ein neuer Horizont

Wenn man unterwegs ist, ist das ein leichtes Unterfangen. Drei Wochen hinweg hatte ich jeden Tag einen neuen Horizont. Doch was jetzt, wo ich wieder zu Hause bin, in der vertrauten, gewohnten Umgebung? Gelingt es mir auch hier, jeden Tag einen neuen Horizont zu sehen? Ich denke ja! Gestern war es ein Spaziergang durch den Herbstwald (ohne immer auf der Hut vor Bären zu sein) und vorgestern ein unglaublich schöner Sonnenuntergang. Ich habe schon viele Sonnenuntergänge auf der ganzen Welt erlebt, aber irgendwie sind die Sonnenuntergänge hier besonders!

Burning Stars

Unter dem Motto „Feuer und Flamme für den Schwarzwald“ wurde am Samstag, 15. September 2007 das zweijährige Bestehen des Naturschutzgroßprojektes Feldberg-Belchen-Wiesental gefeiert. Höhepunkt waren die „Burning Stars“ des Inzlinger Aktionskünstlers Max Meinrad Geiger.

Wanderung zum Lingekopf

Es war eine andere Vogesenwanderung. Eine, die neben der wilden Schönheit der Berge auch die schreckliche Realität des 1. Weltkrieges demonstriert. Der Lingekopf zählt zu den Schlachtfeldern, auf denen im ersten Weltkrieg die meisten Menschen starben. Der Berg ist von Blut getränkt – mehr als 17.000 deutsche und französische Soldaten starben während des erbitterten Stellungskrieges zwischen dem 20. Juli und 15. Oktober 1915. Nur wenige Meter voneinander entfernt lagen sie sich in ihren Schützengräben gegenüber. Heute erinnern die Stellungen am Lingekopf und die Soldatenfriedhöfe Bärenstall Hohrod (deutscher Soldatenfriedhof) und der französische Soldatenfriedhof am Col du Wettstein an diesen Krieg. Der Wald um den Lingekopf ist mit Stacheldraht abgesperrt, weil sich dort noch immer zahlreiche Blindgänger befinden – und viele tote Soldaten. Auf unserer Wanderung passierten wir Bunker, Gräben, Löcher im Waldboden. Als ich über beide Friedhöfe ging, die vielen Namen der Soldaten las, wurde mir bewusst, dass hinter jedem eine Geschichte steckt, die dort auf diesem Berg ein jähes Ende gefunden hat. Es war ein merkwürdiges Gefühl, durch die Stellungen am Lingekopf zu gehen. Deutsche wie auch Franzosen spazieren heute friedlich über das Gelände, in denen sich vor mehr als 90 Jahren Soldaten aus den beiden Ländern bekriegten.