Marco Schneider fordert: “Sofort den Führerschein abgeben”

30 Euro für einen Parkverstoß – ist das zulässig? Dieser Frage ging ich in einem Blogbeitrag Anfang Mai nach. Dabei ging es um ein Parkhaus, das von der Firma Park&Control überwacht wird. Das Thema wurde von der Lokalpresse aufgenommen – und bescherte mir Kommentare, die fast in Richtung Shitstorm gehen.

Den Redakteur der Lokalzeitung bat ich, auf meinen Blogbeitrag hinzuweisen und auf das dort veröffentlichte Interview mit dem Berliner Rechtsanwalt Thomas Hollweck, der sich eingehend mit dem Thema beschäftigt hat. Sehr erstaunt war ich dann, als ich den Artikel der Badischen Zeitung gelesen habe.
Dort findet sich kein Hinweis auf meinen Blog und das mit Herrn Hollweck geführte Interview. Stattdessen nimmt der Redakteur meine Fragen, die ich dem Rechtsanwalt gestellt habe und strickt sich einen eigenen Artikel daraus. Die Tatsachen werden komplett verdreht. Es entsteht bei den Lesern der Eindruck, ich hätte mein Auto dort über zwei Stunden ohne Parkschein abgestellt und würde nun darüber jammern, dass ich 30 Euro Strafe zahlen muss. Auch der Frage, ob die vielen Hinweisschilder vielleicht erst nach meiner Beschwerde angebracht wurden, geht der Artikel nicht nach.

Es ist klar, dass dieser Artikel gewissen Kommentatoren eine Steilvorlage bietet, die Frauen ohnehin am liebsten das Autofahren und am besten auch gleich noch das Wahlrecht aberkennen würden.

So wurde der Artikel, der am Samstag, 23. Mai 2015 in der gedruckten wie auch in der Online-Ausgabe der Badischen Zeitung erschien, fleißig kommentiert. Ein „Marco Schneider“ fordert: “Sofort den Führerschein abgeben. Blinde am Steuer gefährden andere Verkehrsteilnehmer. Als Beklagter würde ich den geistigen Zustand von Frau Duval untersuchen lassen, ob sie zum Führen eines PKW geeignet ist.” Er meint sogar aus dem Artikel herauszulesen, dass Klage erhoben wurde. So führt der Artikel ein Eigenleben, aus dem jeder seine eigene Version und Meinung herausliest.

Diese Prachtexemplare der Leserkommentare rufen förmlich nach einer dramatisierten Lesefassung. Und hier ist sie. Viel Spaß beim Anhören!

Und hier als Audiodatei zum Anhören

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