Indien – wundersam verrückt und abgefahren Teil 4 – Busfahrt nach Uttarkashi

Von Risikesh nach Uttarkashi 

Am Tag der Abreise konnte sich dieser Priester im Ashram neben unserem Hotel über regen Besuch aus unserer Gruppe freuen. Die Kasse klingelte. Dafür gab es ein Gebet, Weihwasser, einen roten Punkt auf die Stirn und ein rotes Bändchen ums Handgelenk. Als unser Tourguide Kumar mit einem roten Punkt auf der Stirn auftauchte, fragte ich mich, ob ich mir ernsthaft Sorgen machen muss. Die Frage beantwortete sich von selbst, als ich den Bus erblickte, der uns von Risikesh nach Uttarkashi befördern sollte.

BusVon weitem sieht er echt gut aus. Doch der Schein trügt. Dieses Gestell wird auf wundersame Weise zusammengehalten – von Göttern, Schicksal, gutem Omen, was-weiß-ich. Anfangs sah auch die Straße nach befestigtem Weg aus. Doch das sollte sich bald ändern.

Road-1Was wir erst später erfuhren: Die Straße nach Uttarkashi wurde erst wenige Tage vor unserer Ankunft in Delhi für den Verkehr geöffnet. Und das hier ist nicht irgendein Feldweg, nein, das ist die Hauptverkehrsstraße in den Himalaya.

Auf diesen Straßen muss man auf alles gefasst sein. Dieser Erdrutsch hier war ganz frisch.

ErdrutschDer Berg war noch in Bewegung. Immer wenn der Bagger Erdreich zur Seite schob, rutsche es von oben wieder nach. Dieser Berghang war alles andere als vertrauenserweckend!

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Immer an der Kante – haarscharf am Abgrund – nichts für schwache Nerven! Road-4

Richtig spannend ist es bei Gegenverkehr. Irgendwie gelingt es den Fahrern immer, aneinander vorbeizukommen, dabei schrammen sie haarscharf am Abgrund entlang , ohne, dass der Bus in die Tiefe stürzt. Doch das klappt nicht immer. Dieser einheimische Bus hatte es besonders eilig und der Fahrer war unglaublich stur. Anstatt dem LKW Platz zu machen, pochte der Busfahrer darauf, als erster an der Engstelle vorbei zu fahren. Resultat: Nichts ging mehr. Eine Viertelstunde lang Hupen und Warten. Bis dann endlich der Busfahrer nachgab und den LKW passieren ließ.

Vor Uttarkashi gab es erneut einen langen Stau. Erdrutsche hatten die Straße, die hier übrigens nur ein schmaler Strich entlang eines gigantischen Bergabhanges ist, der in einer nicht allzufernen Zukunft den Hang hinunter gehen wird, blockiert. Bagger waren am Schaufeln. Von und zu der Stadt gab es einen langen Stau. Direkt in der Danger-Zone.

Uttarkashi-1

Ankunft in Uttarkashi. Die Stadt liegt an den Ufern des Bhagirathi in einer Höhe von 1352 Metern. Als wir Uttarkashi erreichen, dämmert es bereits. Die letzten Kilometer bis zum Campground Kavlo fahren wir bei vollständiger Dunkelheit. Eine bizarre Fahrt durch eine Gegend, die durch den schweren Monsun im Juni stark mitgenommen wurde. Zerstörte Brücken, fortgeschwemmte Häuser, Erdrutsche. Ich wähnte mich in einem Katastrophengebiet.

Uttarkashi-2

 

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