Headspace – Kopfgymnastik mit dem iphone

Ich mag Rituale, die mir dabei helfen, mein Leben zu gestalten. Dazu gehört die Tasse Kaffee oder Tee am frühen Morgen, 1000 Wörter schreiben, Yoga, Jonglieren, Joggen. Das versuche ich, täglich zu praktizieren. Was nicht immer gelingt. Seit einiger Zeit auch Meditation. Ich lerne Achtsamkeit mit Hilfe einer App: Headspace. Was taugt die tägliche Kopfgymnastik mit dem iphone?

Headspace ist vor allem eines: Eine ziemlich geniale Geschäftsidee, die ihren Gründer zum Millionär machte. Die Geschichte ist schnell erzählt: Andy Puddicombe, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, entdeckte das Meditieren und wurde Buddhistischer Mönch. Nach zehn Jahren war’s dann genug mit dem Mönch-Sein. Andy kehrte aus Asien in seine Heimat England zurück. Im Gepäck hatte er kein orangefarbenes Gewand, sondern eine Vision: Die gelernten Kenntnisse an so viele Menschen wie möglich weiterzugeben. Meditation sollte einfach im Alltag anwendbar sein. 2010 startete er Headspace: Ein Werkzeug, um Meditation in das moderne Leben zu integrieren. Laut Pressemitteilung des Unternehmens sind es weltweit 2,7 Millionen Nutzer, die mit der Headspace-App meditieren.

Headspace – so funktioniert’s

10 Minuten genügen

Headspace besteht aus ansprechend gemachten Animationen und Videos, auf denen Andy Puddicombe zu sehen ist. Er ist die Stimme von Headspace und spricht alle Meditationsanleitungen selbst. Die App ist kostenfrei und startet mit dem Programm “Take 10”. Das sind zehn jeweils 10-minütige Meditationsanleitungen. In den kurzen Animationsvideos erklärt Andy die Grundlagen der Achtsamkeitsmeditation, gefolgt von der 10 Minuten Meditationsübung.

Mir gefällt die App. Sie ist Anwenderfreundlich und einfach zu bedienen. Die Anleitungen von Andy sind praxisnah und können von Leuten angewandt werden, für die Meditation Neuland ist. Jede Meditation beginnt mit einer kleinen Einführung in Form einer Videoanimation. Einfach, praktisch und verständlich. Schon nach drei Tagen sind mir die Übungen vertraut und ich stelle fest, dass mir die zehn Minuten tatsächlich helfen, entspannter und klarer im Kopf zu sein.

Diese “Take 10” – 10 Tage – sind kostenlos. Wer nach den 10 Tagen weitermachen möchte, muss ein Abo abschließen.

Headspace hat mir für den Test eine 30-tätige Mitgliedschaft freigeschaltet. Nach den zehn Tagen kann ich nun das Level Foundation 2 beginnen. Erst wenn alle drei Level mit jeweils 10 Sessions abgeschlossen sind, kann der Nutzer die gesamte Headspace Audio-Videothek nutzen. Es gibt Meditationen zum Thema Gesundheit, dazu stehen Meditationen zu Depression, Selbstwert, Stress, Schlafen, Schwangerschaft bereit, weiter Themen zu Beziehungen, Leben (Kreativität, Fokus, Balance, Freude) und ein PRO-Level, das für Geübte Nutzer geeignet ist mit weniger Anleitungen. Außerdem kann man die Länge der Session wählen: 10, 15 oder 20 Minuten.

Zusätzlich gibt es die Headspace Singles, die aus SOS, On-the-Go und Classics bestehen. So kann der Nutzer sofort auf die SOS Meditation zurückgreifen, die aus drei unterschiedlichen Meditationen mit jeweils drei Minuten Länge bestehen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn eine Internetverbindung besteht. Andy leitet an, erklärt eine Atemtechnik und erklärt mit ruhiger Stimme, auf was jetzt zu achten ist, damit sich die Situation in der Unsicherheit oder Ängste bestehen, beruhigt.

In der App wird eine Timeline angezeigt, die die Entwicklung aufzeigt und, je nach Fortschritt, mit Nachrichten und persönlichen Mitteilungen belohnt.

Die Timeline von Headspace zeigt den Fortschritt der Meditation an
Die Timeline von Headspace zeigt den Fortschritt der Meditation an

Insgesamt ist Headspace eine sehr gut durchdachte App für alle, die sich mit dem Thema Meditation auf nüchterne Weise (ohne OM und die sonst übliche Spiritualität) lernen möchten. Es gibt eine Buddy-Funktion, mit der man sich mit anderen Headspace Nutzern vernetzen kann.
Außerdem kann man sich über den Tag hinweg “Mindful Moments” Nachrichten schicken lassen. Bis zu fünf Mal täglich kann man derartige Messages erhalten.
Und mit dem Download-Manager lassen sich einzelne Sitzungen herunterladen, so dass man nicht unbedingt auf eine Internetverbindung angewiesen ist.

Einzig der Preis ist heftig: Headspace ist ein Abomodell, das mit 12,95 US Dollar monatlich zu Buche schlägt. Wer sich für eine jährliches Abo entscheidet, zahlt 7,99 US Dollar.

Eigentlich zahlt man mit dem Abo nicht eines, sondern zwei. Denn mit jedem neu abgeschlossenen Vertrag, spendet Headspace ein Abo an eine Person “in Not”, also jemand, der sich das Abo nicht leisten kann. Wie die Kriterien sind und wie viele Abos auf diese Weise vermittelt wurden, ist allerdings nirgends ersichtlich. Auf der Website ist lediglich von “our charitable partners” die Rede.
Mit Abschluss des Abos erhält man unbeschränkten Zugang zu “Hundreds of Hours of Content”.
Ohne abschließend zu urteilen, habe ich den Eindruck, dass sich die Meditationen doch sehr ähneln, egal ob man nun Kreativität, Fokus, Happiness oder Balance wählt. Wer sich nach den kostenlosen “Take 10” für ein Abo interessiert, sollte daher erst einmal ein Monatsabo abschließen und die App über 30 Tage nutzen, um danach zu entscheiden, ob evtl. ein Jahresabo in Frage kommt.

Mehr über Headspace auf der Website.
Weitere Informationen über Andy und interessante Interviews gibt es auf dem Blog von Headspace.

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