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Hudson Bay

Hudson Bay

Dieses Foto symbolisiert für mich die unendliche Weite der Hudson Bay. Die Hudson Bay umfasst ein Gebiet von 1.230.000 Quadratkilometern und ist – nach dem Golf von Bengalen – die zweitgrößte Bay weltweit. Benannt wurde sie nach dem englischen Entdecker Henry Hudson, der die Bay 1610 mit seinem Schiff “Discovery” erforschte. Auf seiner vierten Reise nach Nordamerika wählte Hudson die Route über die Westküste Grönlands zur Bay und erstellte erste Karten. Doch dann blieb die “Discovery” im Eis stecken. Die Mannschaft musste überwintern. Dies gelang ihnen am südlichen Zipfel der James Bay. Im Juni 1611 wollte Hudson die Reise fortsetzen, doch ein Teil seiner Crew rebellierte. Hudson wurde mit einigen seiner Männer in einem kleinen Boot ausgesetzt. Sie wurden nie mehr wieder gesehen.

Gefangen in der Wildnis

Butch und Gordi
Während der Nacht nahm der Sturm an Kraft zu, unsere Cabin wurde regelrecht durchgerüttelt und ich fragte mich allen ernstes, ob der Buffalo-Fence, der rund 2,5 Meter hohe Zaun, der die Nanuk Lodge umgibt, dem peitschenden arktischen Wind standhält.
Gegen halb acht blickte ich aus dem Fenster und traute meinen Augen kaum: Da tappte ein Eisbär vorbei. Er blieb stehen, direkt am Zaun vor meiner Cabin, schnupperte in die Luft. Jetzt stellt er sich gleich auf und testet den Zaun, dachte ich, während mein Pulsschlag merklich zunahm. Stattdessen hockte sich der Eisbär hin! Saß einfach nur da. Und ich stehe da, in meinen Pyjamas und habe meine Kamera in der Lodge gelassen! Ich fasse es nicht. Was habe ich daraus gelernt? Das nächste Mal mache ich es wie meine beiden Cree Guides – Gordi (links) und Butch (rechts). Die gehen nirgendwo hin ohne ihre Winchester. Gordi nennt seine liebevoll “Oncle Tom”. Die Rifles sehen aus, als hätten sie schon ihre Kugeln im ersten Weltkrieg verschossen. Butch sagt von seiner, dass sie noch immer “smooth as an arrow” – gradlinig wie ein Pfeil – schießt.

Es stürmt noch immer sehr stark. Mike ist zuversichtlich, dass die Sturmfront bald abgezogen ist und der Flieger in Gillam starten kann. Ich habe da so meine Bedenken.
Polar Bear Watch
Vorgestern haben wir mit den ATVs – All Terrain Vehicles einen ganztägigen Ausflug unternommen. Wir haben zahlreiche Flüsse durchquert, sind etliche Male im Schlamm steckengeblieben. Schließlich haben wir sie gefunden – die Eisbären. Zehn Stück haben wir gesichtet. Andi, unser Guide führte uns langsam an sie heran. Zeigt der Bär kein Interesse und entfernt sich, ziehen auch wir uns wieder zurück. Ist er neugierig, lässt Andi ihn näherkommen – bis auf rund 20 Meter. Dann ruft er ihm zu – sagt ihm Sachen wie “Ok, Buddy, das ist jetzt nah genug, jetzt mach dich wieder vom Acker”. Beim ersten Bär, der uns so nahe gekommen ist, hat das auch gut funktioniert. Anders als bei dem großen Eisbär vorgestern.
Polar Bear Hudson Bay
Er streunte am Ufer der Hudson Bay herum. Plötzlich wurde er neugierig und innerhalb kürzester Zeit war er drüben bei uns.
Polar Bear Hudson Bay
Von einer Minute zur anderen hatte sich die Situation verändert. Von “Hoffentlich kommt der Bär näher, damit wir ein gutes Foto machen können” zu “Wow, das ist jetzt ganz schön brenzlig”. Andi rief dem Bär zu, der ließ sich davon nicht irritieren. Und kam noch näher. Mein Herz schlug wie verrückt. Vor mir stand Andi, unser Guide, grade mal einen halben Kopf größer als ich, neben ihm Gordi. Butch startete sein ATV und fuhr rechts neben Andi. Selbst das Motorengeräusch beeindruckte den Eisbär nicht. Er schnupperte und kam noch näher. Jetzt zog Andi seinen Revolver und schoss. Es war ein so genannter “Screamer” – eine Schreckschusspistole. Das und lautes Zurufen machte dem Bär dann klar, dass er uns zu nah gekommen war. Dann drehte er um und lief davon. Leute, ich sag euch, das war eine einzige aufregende Safari, die wir hier erlebt haben. Einem Eisbären in freier Wildbahn so nahe zu kommen – ohne den Schutz eines Tundra-Buggies oder Autos, das kann man nur auf der Nanuk Lodge erleben mit Churchill Wild erleben.