morgens um 3 auf dem Zelt

Wollt ihr wissen, was sich morgens um 3 Uhr auf unserem Zelt tummelte? Das wollten wir auch, allerdings war uns schon ein wenig mulmig zumute. Wir befinden uns in Nelson auf der Suedinsel, der sonnigsten Stadt Neuseelands.(So wird es im Prospekt angepriesen) Und was tut es in Nelson? Hach, es REGNET! Und wie!!!! Nachdem wir mit der Faehre von Welligton nach Picton uebergesetzt hatten, wurden wir von fetten Wolken empfangen. Die hatten sich am naechsten Tag voellig verzogen und wir hatten die genialste Strecke unserer Tour vor uns: Den Queen Charlotte Drive, der uns immer wieder ueppige Ausblicke auf die Marlborough Sounds bescherte. Wir guckten uns die Augen aus dem Kopf! Blauer Himmel, weisse Sandstraende und tuerkisfarbenes Wasser. Aber das wars dann auch schon. Am naesten Tag goss es aus Kuebeln, die Sounds verschwanden in den Wolken und wir retteten uns in ein Motel. Wir wollten dann von dem kleinen Nest Havelock weiter nach Nelson. Nach 10 Kilometern gaben wir entnervt auf. Wieder waren es Holzlaster, die uns so gefaehrlich nahe kamen. Wir radelten zurueck und nahmen den Bus nach Nelson. Eine gute Idee, denn die Strecke fuehrte ueber eine sehr enge Passtrasse. In D oder CH duerften auf solchen Strassen gar keine Busse fahren. Wir haben andere Radler getroffen, die das gleiche getan haben. Also, nun sind wir also in Nelson und haben unser Camp im Brook Valley, ca. 5 km ausserhalb der Stadt aufgeschlagen. Und hier spielt sich jede Nacht das gleiche ab. Gegen 3 Uhr scharrt, keucht, kratzt, kreischt es dass einem Angst und Bange wird. In der ersten Nacht wachten wir aufgrund eines Urkreischens auf, als wuerde ein Vieh abgestochen werden. Dann wieder nach einer Stunde wachten wir wegen eines sehr obskuren Kratzens auf. Es dauerte eine Weile bis wir, schlaftrunken wie wir waren, die Quelle ausgemacht hatten: das Kratzen kam von direkt ueber unseren Koepfen. Und dann sahen wir es: ein SCHATTEN! Auf unserem Zelt. Mit einem beherzten Faustschlag befoerderte Axel das DING vom Zelt. Zweite Nacht: wieder das Kratzen und Schaben. Axel geht todesmutig raus aus de Zelt. Nichts. Kaum hat er den Reissverschluss wieder zu, geht es von vorne los. Nach 2 Stunden ist er wieder raus. Alles wird abgeleuchtet und dann: zwei rote Augen refektieren im Schein seiner Taschenlampe. Gollum? Nein, ein Opossum! Eines dieser fiesen Viecher , die hier alles kaputtfreissen. Wahrscheinlich sass dieser Gnom auch in der anderen Nacht auf dem Zelt. Ein anderer Schrecken Neuseelands sind die fiesen Sandflies. Diese kleinen Muecken sehen aus wie unsere Mitteleuropaeischen Fruchtfliegen. Allerdings hocken sich die Biester auf die unmoeglichsten Stellen (gerne an den Zehen) und beissen sofort zu. Autsch. Richtige blutige Loecher reissen die einem. Doch wenn das nur alles waere. Nach ca. 2 Tagen faengt die Stelle an zu jucken, dass man sich schier die Haut aufreisst. Grausig. Da sind die Moskitos noch harmlos dagegen.
Mal sehen, was heute nacht noch so aufkreuzt. Achja, Enten hat es ohne Ende. Waere ich kein Vegetarier, Axel wuerde jeden Abend einen Entenbraten zubereiten.
Morgen machen wir eine Kajaktour in den Abel Tasman Park, am Montag wollen wir dann weiter Richtung Westkueste. Dort, so sagt der Reisefuehrer, sei eines der regenreichsten Gebiete der Erde. Wir sind gespannt.

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