Wie ein Computer-Gau unter Palmen mir zu meinem ersten Apple Computer verhalf

Diesen Text, geschrieben vor mehr als zehn Jahren, fand ich auf der Festplatte meines iMac. Viel Spaß beim Lesen. 

Computer-GAU unter Palmen oder wie ich zu meinem ersten Apple Computer kam

von Birgit-Cathrin Duval 

Ich kam nach Hawaii mit einem Rucksack, einem Laptop und einem Traum: Ein Buch schreiben. Hawaii war der perfekte Ort für eine angehende Autorin. Nur ich und mein Laptop. Auf einem kleinen Felsbrocken inmitten des Pazifischen Ozeans. Über mir blauer Himmel vor mir das unendliche Meer. Zwischen den Kontinenten gab es genügend Raum für meine Gedankenwelt.

Andächtig klappte ich meinen Laptop auf.

Ich hatte Windows XP und Word. Ich war in Hawaii. Vor meinem inneren Auge sah ich bereits meine Autorenvita im Buchumschlag. Lebt und arbeitet in Kailua-Kona, Hawaii. Das klingt exotisch. Ein Ton riss mich aus meinen Träumen. Es war kein exotischer Klang. Ein schriller piepsender Ton von der Sorte, die nichts Gutes verheißen. Es waren die letzten Geräusche meines Windows Laptops, bevor der Blue Screen auf dem Monitor erschien. Wie zum Abschied flackerte er kurz auf.

Die Tasse Tee meiner Mitstudentin hatte sich wegen ihrer hektischen Armbewegung in die CPU meines Rechners entleert. Heißer Tee mit Zucker. Ein Super-GAU im Südseeparadies. Gut, dass ich fünf Minuten zuvor mein Manuskript auf einer Diskette abgespeichert habe.

Tage später.

Noch war ich in tiefer Trauer um mein geliebtes Windowslaptop mit all seinen tollen Features: Webcam, Skype, WLAN, Internet, als mir jemand ein Gerät reichte. Schwarz. Schwer. Ohne WLAN. Ein Relikt aus der Vorzeit. Man sagte mir, ich sei  zum Schreiben hier. Und das wäre ein Gerät, das mir dabei helfen könne. Ich öffnete es. Es konnte nicht mal Farbe. Aber es konnte Word. Immerhin. Es hatte ein lustiges, buntes Apfellogo auf dem Gehäusedeckel.

Alles war verkehrt herum. Wo ich vorher rechts die Fenster schloss, musste ich sie nun links schließen. Ich war verwirrt. Vorsichtig fing ich an zu tippen. Wort für Wort.

Alle in meiner Klasse arbeiteten mit Windows-Rechnern. Niemand konnte mir helfen, wenn ich ein Problem mit dem Computer hatte. Und das hatte ich oft. Ich dachte in Fenstern und kam mit der Apfelwelt nicht zurecht.

Bis ich an der Uni ein weiteres Apfel-Logo an einem Laptop entdeckte. Ich fühlte mich zugehörig. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht zu wem oder was, aber es war ein schönes Gefühl.

Jeden Tag entdeckte ich weitere Apfel-Computer Besitzer. Einer sagte zu mir, dass ich als kreative Person unbedingt einen Apfel-Computer benötige. Und dann fiel mir auf, dass die Apfel-Besitzer mit ihren Geräten einfach ihrer Arbeit nachgingen, während Windows-Besitzer oft genervt wirkten.

Als wir zum Abschluss unseres Kurses unsere Arbeiten präsentierten, erhielt ich einen Preis für Kreativität. Nein, ich glaube nicht, dass ich das dem Apfel-Rechner zu verdanken habe. Und ja, ich kaufte mir einen neuen Laptop. Einen Samsung Rechner mit Windows Betriebssystem. Die Apfel-Computer waren mir zu teuer.

Ein Jahr später veröffentlichte ich mein erstes Buch. Als Belohnung für das erfolgreiche Schreiben beschenkte ich mich selbst. Mit einem Mac Mini, meinem ersten, eigenen Apfellogo-Rechner, dem ein Jahr später die Anschaffung eines MacBookPros folgte. Mit Windows Rechnern habe ich seither nicht mehr gearbeitet.

 

 

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