Tunnelerlebnis

Tunnel sind eine spannende Sache. Plötzlich ist man einer Röhre aus Beton ausgeliefert. Ob mit dem Zug, Auto, Fahrrad oder zu Fuß, ein Tunnel bringt uns in eine neue Dimension. Wir werden verschluckt und wissen nicht, was uns am anderen Ende erwartet. Diese außergewöhnliche Situation lässt Emotionen und Ängste aus dem Unterbewusstsein hervortreten. Sicher habt ihr euch auch schon die Frage gestellt: Komme ich hier wieder raus? Was, wenn der Tunnel kein Ende nimmt? Gestern hatte ich ein solches Erlebnis: eine Autobahn, die von einem Land ins andere führt. Kurz nach der Grenze führt die Autobahn in einen Tunnel. Stau. Rechts stehen LKWs, die auf die mittlere Spur wollen, in der Mitte stehe ich. Stop and go. Vor mir liegen rund 2 Kilometer Tunnel. Plötzlich Rauch! Ich erinnere mich an eines der Schilder, die den Rettungsweg anzeigen. 35 Meter, 25 Meter, in welche Richtung sie zeigten, weiss ich allerdings nicht mehr. Ich schalte den Motor ab und steige aus. Mich beschäftigt nur ein einziger Gedanke: Wie komme ich hier raus? Inzwischen war die Quelle der Rauchentwicklung offenbar. Das war nämlich ich! Mein Kühler hatte einen Schaden. Ausgerechnet in einem Tunnel auf einer wichtigen Verkehrsanbindung zwischen zwei Staaten. Als Verkehrshindernis wollte ich auf keinen Fall Schlagzeilen machen. Ich schaffte es, trotz Absperrungen, auf die Gegenfahrbahn zu kommen und fuhr aus dem Tunnel raus, zurück zur Grenze. Dort eine Stunde warten, bis das Brodeln im Kühler nachlässt, frazösischen Zöllnern was von Grande Malheur erzählt und dass ich Wasser brauche. Man hat mich verstanden, ein Zöllner kam mit einem Plastikbecher gefüllt mit Leitunswasser zurück. Dann tauchte doch noch eine 1,5 Liter Flasche auf und ich konnte meine Fahrt von der Schweiz über Frankreich zurück nach Deutschland fortsetzen. Ein echtes Grenzerlebnis.

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