Nutze die Talente, die du hast. Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.
Henry van Dyke
Long Way Home – die Westweg-Tour
Wandern? Hätte man mir vor 20 Jahren erzählt dass ich durch den Schwarzwald wandern würde, ich hätte nur mit dem Kopf geschüttelt. Wandern, das ist doch nur was für die Rotbesockten Senioren! So jedenfalls mein gängiges Schwarzwald-Wander-Klischee. Aber wie das nun mal so ist: entweder bin auch ich älter geworden, oder aber ich habe etwas entdeckt, das wirklich genial ist! Zwei Tage Wanderurlaub auf dem Westweg! Natur, Stille, Einsamkeit! Am Freitagmorgen setzten wir uns in den Regionalzug nach Hinterzarten. Von dort führte unsere erste Etappe über den Feldberg bis zum Stübenwasen (ca. 16 km). Am nächsten Tag wollten wir bis zum Belchen und dort mit Bus und Bahn wieder zurück nach Hause. Doch es sollte ganz anders kommen.
Immer der roten Raute nach! Auf dem Weg zum Feldberg passieren wir diesen dichten, urwaldartigen Fichtenwald.
Bald haben wir es geschafft! Im Hintergrund ist der 1.448 Meter hohe Seebuck zu erkennen. Nach einem kurzen Abstecher gings dann auf den Feldberg-Gipfel.
Vom Feldberg-Gipfel hat man bei guter Fernsicht nicht nur eine atemberaubende Aussicht, sondern einen wunderschönen Blick in die Täler und auf den Feldsee.
Auf dem höchsten Berg Deutschlands außerhalb der Alpen. Das letzte Mal als ich den Feldberg überquerte (Westweg-Tour mit dem Mountain-Bike) war es so neblig und regnerisch, dass wir den Feldberg-Turm überhaupt nicht sehen konnten, geschweige denn Wegweiser fanden!
Rund 4.5 Kilometer hinter dem Feldberggipfel liegt der Berggasthof Stübenwasen. Hier bezogen wir unser Quartier für die Nacht. Bestens zu empfehlen! Wanderer und Hunde sind willkommen.
Nachts auf dem Stübenwasen wars so still, dass es fast schon unheimlich war. Und einen Sternenhimmel! Sterne, so gross und glitzrig wie Weihnachtskugeln. Am Samstag empfing uns ein herrlicher, wolkenloser Himmel (trotz anderslautender Wettervorhersage). Nach einem herzhaften Frühstück mit Ziegenkäse und Schwarzwälder Speck zogen wir über den Notschrei zum Wiedener Eck. Am Wiedener Eck gabs heisse Schokolade und Apfelsaftschorle sowie herrliche Ausblicke auf die Alpen.
Weiter führte uns der Westweg zum Belchen: mit 1.414 Metern Höhe der Kronprinz der Schwarzwald-Berge.
Aufstieg zum Belchen: ein steiler und steiniger Pfad zieht sich in Serpentinen durch den Rübgartenwald bergauf.
Herrlicher Ausblick vom 1.414 Meter hohen Belchengipfel. Leider nur etwas blass im Hintergrund ist die Alpenkette zu sehen.Eigentlich wäre hier die Endstation unserer Etappe gewesen. Wenn da nicht der Blauen im Hintergrund lockte. Der Tag war viel zu schön, die Muskeln noch frisch. Also haben wir uns dazu entschieden, weiter bis zum Blauen zu wandern!
Da müssen wir hin: Blick vom Belchen zum Blauen.

Gut, dass wir nicht wussten, auf was wir uns da eingelassen haben. Der Pfad vom Belchen zum Blauen war schmal, einsam und lang. Sehr lang! Und zum Schluss mussten wir noch 200 Höhenmeter zum Blauengipfel überwinden. Oben am Blauenhaus gönnten wir uns ein Bier und einen Salat. Eigentlich wollten wir es noch bis Kandern schaffen (noch 8 Kilometer) aber nach dem deftigen Abstieg wollten unsere Füße nicht mehr. Wir konnten es kaum glauben – aber vom Stübenwasen bis nach Vogelbach steckten uns unglaubliche 40 km in den Füßen!


So sieht ein Engel aus: Christina erbarmte sich unserer müden Füsse und holte uns gegen 22 Uhr am Gasthof Maien in Vogelbach ab. Fazit: eine unglaublich schöne, wenn auch anstrengende Tour! Westweg, wir kommen wieder!
Ein Platz an der Sonne
Und wo warst Du gestern Nacht???


Sichtwerk hat die Biergarten-Saison eröffnet! Über 1000 Leute ! tummelten sich gestern in der Lounge, Bar, Restaurant und im Biergarten. Auf der Open-Air Bühne liessen es Rocking Carbonara krachen. Schaut euch die Fotos an und seid das nächste Mal dabei! Heute ist übrigens den ganzen Tag was los – Bands, tolle Atmosphäre, Essen, Trinken!
Der Augenblick
Bonjour Provence

Jeden Morgen während der vergangenen Tage, wenn ich früh morgens vor Sonnenaufgang auf den Balkon ging und tief einatmete, da war er da, dieser vertraute Geruch. Nach trockener Erde, nach Blüten, nach Kräutern. Nach Provence. Der erste Atemzug war der intensivste. Ich kann mich nicht erinnern, dass der April jemals so gerochen hat wie in diesem Jahr. Ich liebe den Geruch der Provence – und so war diese Woche auf meinem Balkon immer ein wenig Provence-Feeling. Deshalb gibt es heute ein Foto aus der Provence. Es ist noch analog aufgenommen. Lang bevor es Digitalkameras gab. Damals fotografierte ich noch mit dem Ilford 400 Schwarz/Weiss Film, den ich selbst entwickelte. Und ja, die Negative habe ich auch von Hand in der Dunkelkammer vergrößert. Ein kleiner Raum, in dem ich verschiedene Wannen mit Chemikalien hatte. Es war wie Magie: Zu beobachten, wie sich nach dem Belichten des Negativs auf dem weißen Blatt im Entwickler langsam Schemen abzeichneten, bis das vollständige Bild zu erkennen war. Nein, ich bekomme jetzt keine nostalgischen Gefühle. Es war ein ganz anderes Arbeiten. Völlig losgelöst vom Computer. Echte Handarbeit eben. Ich bin froh, heute keine Chemikalien mehr einatmen zu müssen. Doch der Prozess des Entwicklens, der diese gewisse Mystik in sich birgt, den vermisse ich schon ein wenig.










