Morgenmeditation

Aufwachen bevor der Tag beginnt. Wenn es draußen noch dunkel ist und sich nur Konturen der Bäume abzeichnen. Erleben, wie der anbrechende Tag mit seiner Morgenröte das Dämmerdunkel ablöst. Die Stille bewusst genießen, bevor die Geschäftigkeit der Arbeit beginnt. Innehalten, die Augen schließen und mich auf meinen Atem konzentrieren. 10 Minunten. Das ist meine Morgenmeditation.

Das gelingt mir nicht immmer. Häufig wache ich auf, bin spät dran, bereite mir einen Kaffee zu und mache mich gleich an die Arbeit. Irgendwann, meistens wenn ich abends ins Bett gehe, fällt mir ein: „Da war doch noch was…“ Ach ja, ich habe meine Meditation vergessen. Dann „erledige“ ich das vorm Schlafengehen. Es wird tatsächlich zur Sache, die noch erledigt werden muss. Ganz anders verhält es sich am Morgen, wenn ich mit der Morgenmeditation in den Tag starte.

Seit über einem Jahr nutze ich die App Calm für meine Meditation. Neben vielen anderen Programmen die einen bestimmten Fokus haben, ist es die „Daily Calm“, das ich jeden Morgen einschalte. Es ist eine 10 minüitge Achtsamkeitsmeditation mit Input zu einem Thema. Manchmal ist es eine Body-Scan-Methode, manchmal wird der Fokus bewusst auf die Atmung gelegt. Mit der Calm App ist es mir gelungen, das Ritual der Morgenmeditation einzuhalten. Ich lerne, bewusster zu atmen und ich lerne Achtsamkeit in meinen Alltag zu integrieren.

Wenn das Rauschen des Bergbachs nervt

Eines der Dinge, die mich die Achtsamkeitsmeditation gelert hat, sind störende Geräusche nicht mehr als solche wahrzunehmen. Als ich heute morgen aufwachte, hörte ich das Rauschen des Bergbaches. Durch die Schneeschmelze der vergangenen Tage ist der sonst eher gemächlich plätschernde Bach zu einem wilden Gewässer angeschwollen, der sich tosend ins Tal stürzt. Das Rauschen erinnerte mich an Geräusche einer Autobahn. Und es nervte mich, weil es meine Morgenstille störte.

Mit Achtsamkeit zur Stille finden

In der Achtsamkeitsmeditation lernte ich, jedes Geräusch als solches wahrzunehmen, ohne es zu beurteilen. Wenn der Hund des Nachbarn bellt, ein Kind schreit, ein Lastwagen startet, dann sind das Geräusche, die ich sofort negativ bewerte. Anstatt sie gleich einzuordnen und sie als positiv oder negativ zu bewerte, nehme ich sie einfach nur wahr. Egal, ob es Töne sind, die ich als angenehm (das sanfte Rauschen des Windes in den Bäumen) oder als störend empfinde (das Tosen des Baches). Jedes Geräusch ist gleich. Ich nehme es wahr und beschäftige mich nicht weiter damit. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Es braucht einige Übung damit, doch mit jedem Tag lernte ich, die Geräusche als Geräuchse wahrzunehmen ohne sie zu bewerten. Ich bin viel gelassener und störe mich nicht mehr daran.

So auch heute morgen. Mich störte das Tosen. Doch als ich mich zu meiner Meditation (die ich immer bei offenem Fenster oder draußen im Freien ausübe) hinsetzte, achtete ich darauf, das Rauschen einfach als solches wahrzunehmen. Und während der Dauer der Meditation störte es mich überhaupt nicht. Im Gegenteil, es war ein Grundrauschen, das einen Klangteppich für meine Daily Calm Meditation bildete.

Das hat nicht mit einem krampfhaften Ausblenden zu tun. Ich nehme die Geräusche nach wie vor wahr (z.B. das Brummen des Lastwagens vom Nachbarn, der jeden Morgen nach dem Starten erstmal fünf Minuten lang warmläuft, bevor er einsteigt, nochmal ordentlich Gas gibt und wegfährt). Aber weil ich den Lärm nicht mehr verurteile, verliert er seine Kraft, ihn als nervig oder störend zu empfinden. Zugegeben, das gelingt nicht immer!

Wer sich näher mit dem Thema Achtsamkeit und Meditation beschäftigen möchte, dem möchte ich einige Bücher und Links empfehlen, die mir auf meinem Weg geholfen haben.

Meine Rezension der Calm Meditations App

Seit vielen Jahren lese ich den Blog zenhabits von Leo Babauta. Insprierende Gedanken zu Meditaion, gesundem Lifestyle, Minimalismus (auf Englisch)

Naturespace ist eine schöne App mit echten Naturgeräuschen die sich prima zur Meditation eignet

Mark Coleman ist Mindfulness-Lehrer und hat zum Thema zwei Bücher verfasst. Ich empfehle „Awake in the Wild“, das Achtsamkeit in der Natur lehrt. Wenn ihr unten auf das Buchcover klickt, gelangt ihr zur Leseprobe bei Amazon. Das Buch ist als deutsche Version „Die Weisheit der Wildnis“ erhältlich.

 

 

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